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Was kann Kunst?

Der erweiterte Kunstbegriff im pädagogischen und soziokulturellen Kontext- Künstlerische Projekte mit benachteiligten Kindern und Jugendlichen

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Ulrika Eller-Rüter, Friedemann Geisler and Michael Brater

Kunst gilt heute als verzichtbar, als Fremdkörper in einer durchökonomisierten Welt. Umso verwunderlicher, dass sich Diktaturen so sehr bemühen, Kunst und Künstler zu disziplinieren, sie «gleichzuschalten». Wovor haben sie Angst? Künstlerisch-praktische Projekte mit Schulkindern und Jugendlichen aus sozialen Brennpunkten zeigen, was Kunst (auch) kann: die Verbindung zu den eigenen schöpferischen Kräften herstellen; Selbstbewusstsein stärken; Mut machen, das eigene Leben in die Hand zu nehmen, an sich zu glauben und sich mutig dem Unbekannten zu stellen. So trägt sie dazu bei, soziale Benachteiligung zu überwinden und sich und seine gesellschaftlichen Verhältnisse als gestaltbar zu begreifen. Dieses Buch berichtet von solchen Erfahrungen und versucht, sie zu verstehen. Es möchte professionelle Künstler und für Bildung Verantwortliche nachdrücklich auf die soziale Kraft der Kunst hinweisen und für diese werben.

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3. Kapitel: Die KUSCH-Projekte konkret (Ulrika Eller-Rüter, Friedemann Geisler)

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3.1 Überblick Die Idee KUSCH wurde an drei Standorten in jeweils zwei Projektwellen innerhalb von zwei Jahren realisiert. Einbezogen waren unterschiedliche Schultypen, Alters- stufen und Benachteiligungsformen. Drei Schulen unserer Partnerschaft – in Roşia/ Rumänien, Szombathely/Ungarn, Antwerpen/Belgien waren Schauplatz von jeweils zwei Kunstprojekten, nachdem die Verantwortlichen sich beim Kick-off-Meeting mit den Künstlern der Alanus- Hochschule und den Wissenschaftlern der GAB München auf ein gemeinsames Rahmenkonzept, einen Vorgehens- und einen Zeitplan geeinigt hatten. Eine Ausnahme bildete die Interkulturelle Waldorfschule Mannheim/ Deutschland. Hier kam es nur zur Mitwirkung der beiden hauptverantwortlichen KUSCH-Künstler in einer Projektwoche zum Thema „Religion“ im Mai 2009. Ein eigenes Kunstprojekt von KUSCH wurde an dieser Schule nicht durchgeführt. Die Interkulturelle Waldorfschule war mit beratender Aufgabe am Projekt beteiligt. Die Konzepte zu den Projekten wurden nach einer mehrtägigen Erkundung der Situation vor Ort von Seiten der künstlerischen Gesamtleiterin entwickelt und mit den Gastgebern abgestimmt. Wichtig war dafür der „live“-Eindruck. Es ging darum, die entwicklungs-psychologischen, sozialen und kulturellen Bedingungen der Kinder und Jugendlichen kennenzulernen und den Genius Loci zu entdecken. Daraus ergaben sich jeweils ein Thema und ein künstlerisches Leitmotiv als eine Gesamt- komposition mit inneren Bezügen und Kontrasten. Jedes Projekt wurde im Prinzip wie ein „Kunstwerk“ konzipiert mit einem ganz eigenen Charakter. Der Entwurf gab jeweils eine grobe Struktur, war aber so weit offen, dass in der Praxis, im künstleri- schen Prozess, genug Freiraum bestand zur aktiven Gestaltung. Auf den Erkundungsreisen wurden außerdem erste Kontakte zu den...

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