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Geschichte des Weinrechts im Deutschen Kaiserreich (1871-1918)

Mit einem Überblick zur Vorgeschichte und Weiterentwicklung bis zur Gegenwart

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Ulrike Bernhardt

Die Arbeit befasst sich mit der Thematik der Weinrechtsgeschichte im Deutschen Kaiserreich und erörtert rechtliche Fragestellungen rund um den Wein als Handelsware. Besondere Berücksichtigung findet hierbei das Problem der Weinfabrikation und ihr Verhältnis zur rationellen Weinverbesserung und zum Naturwein. Die Arbeit hat ihren zeitlichen Schwerpunkt auf dem Zeitraum von 1871 bis 1918, gibt aber auch einen Überblick über die Vorgeschichte und die Weiterentwicklung des Weinrechts bis zur Gegenwart. Sie bietet einen Gesamtüberblick über die deutsche Weinrechtsgeschichte und ermöglicht Rechtsvergleiche zwischen den verschiedenen Epochen. Die der Handelsware «Wein» zu Grunde liegenden Sachprobleme, wirtschaftliche Kämpfe zwischen den bei der Weinherstellung und dem Weinverkauf beteiligten Personen und die Entstehung weingesetzlicher Regelungen werden im Einzelnen dargestellt. Die Arbeit ist ein Stück Wirtschaftsrechtsgeschichte und zeigt rechtliche, wirtschaftliche, politische, gesellschaftliche und kulturelle Zusammenhänge anhand des Weins auf.

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2 Das deutsche Weinrecht im Kaiserreich und seine Vorgeschichte

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Die Anfänge des deutschen Weinrechts liegen zeitlich weit vor der Gründung des Deutschen Kaiserreichs im Jahr 1871. Zum besseren Verständnis der deut- schen Weinrechtsgeschichte erfolgt hier deshalb ein Überblick über das Wein- recht im deutschen Rechtsraum vor Gründung des Deutschen Kaiserreichs von 1871 sowie über dessen römische und fränkische Vorgeschichte mit Schwer- punkt auf der „Weinverfälschung“ im weitesten Sinne, da diese ein Hauptgegen- stand der vorliegenden Arbeit ist. Als „Erfinder“ der Weinverfälschung galt im 19. Jahrhundert nach Ansicht Vieler ein deutscher Geistlicher namens Martinus Bavarus30, welcher im Schwarzwald geboren sein soll31. Jedenfalls erwähnte Conrad Celtis, der durch Kaiser Friedrich III. am 18.4.1487 in Nürnberg als ers- ter Deutscher zum Dichter gekrönt wurde32, in seiner Lobrede auf Nürnberg die Weinvergiftung als neue Erfindung und benannte als deren Urheber Martinus Bavarus33. Celtis trug vor: „Unsre Zeiten haben unter vielen andern auch die Verfälschung des Weines erfunden. Nicht nur durch ganz Deutschland, sondern durch Frankreich, Ungarn, Polen und andre Länder hat sich dieses Laster verbreitet. Man hält für den ersten Erfinder einen Geistlichen, Martin Bavarus, aus dem Schwarzwald gebürtig (…)“34. 2.1 Der Wein als Rechtsmaterie vor 1871 2.1.1 Weinrecht im Römischen Reich Zur Strafbarkeit der Weinfälschung während der Ausbreitung des römischen Rechtskreises im Bereich der germanischen Stämme erfolgen hier nur wenige Ausführungen. Es handelte sich nicht um „deutsches“ Recht, sondern um dessen römische Vorgeschichte. Landwirtschaft und Weinbau wurden mit...

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