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Sozialsystem Literatur und Gegentext

Zu den Komödien von Andreas Gryphius und Christian Reuter

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Miodrag Vukcevic

Literarische Reflexionen auf Veränderungen von Mitte des 17. zum 18. Jahrhundert werden über kulturgeschichtlich verfestigte Motive diskutiert. ‘Sozialsystem Literatur’ versteht hier den sowohl theoretischen als auch praktischen Beitrag eines literarischen Diskurses zur Systematisierung geschichtlich aufgebauter sozialer Spannungen. Wegen der Nähe von Themen und Methoden zueinander werden kulturologische Aspekte mitberücksichtigt. Barockkomödien verstehen sich hierbei als ‘Gegentexte’ zu den großen Tragödien. Anhand der Beschreibung von Typisierungsprozessen in den Komödien von Andreas Gryphius und bei Christian Reuter wird die Ausbildung stereotyper Erscheinungen untersucht, ihr gesellschaftliches Belangen und Aufstieg zu ideellen Entwicklungsträgern.

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Vorwort

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Den wesensgemäßen Entstehungszeitraum der vorliegenden Arbeit, welche als Dissertation entstand, als eigentlich die Studienzeit insgesamt zu werten, wäre womöglich zu weit gegriffen. Sollten sich im behandelten Gegenstand dennoch jene Fragestellungen geäußert haben, die wohl selbst bei der Entscheidung zur Studienwahl ausschlaggebend waren, so kennzeichneten sie jedenfalls aber die Studienzeit nachhaltig und zwar unabhängig vom Ort, wo die Studien statt- fanden. Infolgedessen sind zwei Versionen gleichzeitig entstanden, eine deutsch- und eine serbischsprachige, welche sich in jeweils ihrer Perspektive unterscheiden. Entscheidend ist dabei natürlich der entsprechende Standpunkt, ob man nämlich von einem Gegenstand der Germanistik spricht oder aber von dem einer Auslandsgermanistik. Sprachliche Ungereimtheiten, schwer von- einander zu trennende Erscheinungen in von Übergängen gekennzeichneten Zeiträumen sowie einschneidende historische Ereignisse, die sich während der gegenständlichen Untersuchungen als Lösungen abverlangende Problemstel- lungen äußerten, deckten sich nicht selten im aktuellen Tagesgeschehen. Beschäftigt man sich nun mit der Literaturgeschichte, in diesem Falle der deutschen, dann stellt man fest, dass zeitliche Eingrenzungen oftmals unter- schiedlich gehandhabt werden, immer aber in Abhängigkeit davon, welchen distinktiven Merkmalen man zugeneigt ist. Setzt man im Jahr 1624 an, als dem Beginn einer neuen Phase in der Geschichte der deutschen Literatur, dann geht man meistens doch davon aus, dass das Buch von der Deutschen Poeterey ein Werk ist, mit dem Martin Opitz das Hineinwachsen des literarischen Ausdrucks in eine endlich nationalsprachliche Ausdrucksform einleitet. Das distinktive Merkmal bildet in diesem Falle der Vergleich der deutschen Sprache mit...

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