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Sozialsystem Literatur und Gegentext

Zu den Komödien von Andreas Gryphius und Christian Reuter

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Miodrag Vukcevic

Literarische Reflexionen auf Veränderungen von Mitte des 17. zum 18. Jahrhundert werden über kulturgeschichtlich verfestigte Motive diskutiert. ‘Sozialsystem Literatur’ versteht hier den sowohl theoretischen als auch praktischen Beitrag eines literarischen Diskurses zur Systematisierung geschichtlich aufgebauter sozialer Spannungen. Wegen der Nähe von Themen und Methoden zueinander werden kulturologische Aspekte mitberücksichtigt. Barockkomödien verstehen sich hierbei als ‘Gegentexte’ zu den großen Tragödien. Anhand der Beschreibung von Typisierungsprozessen in den Komödien von Andreas Gryphius und bei Christian Reuter wird die Ausbildung stereotyper Erscheinungen untersucht, ihr gesellschaftliches Belangen und Aufstieg zu ideellen Entwicklungsträgern.

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I Die Komödien des Andreas Gryphius im gesellschaftlichen Wertegefüge

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31 1. Herr Peter Squentz oder das Erwachsen einer Sprachgemeinschaft Während Andreas Gryphius in der Sekundärliteratur zu den Hauptrepräsentanten des hohen Barockstils zählt, sind seine Komödien dahingegen in der einschlä- gigen Literatur nahezu unberücksichtigt geblieben. Es lässt sich im Übrigen be- merken, dass für das Lustspiel Absurda Comica oder Peter Squentz kein sach- licher Beweis darüber vorliegt, dass Andreas Gryphius dessen Autor ist. Der wohl urschriftliche Druck befindet sich in der sog. Faber du Faur – Edition.1 Eine Titelseite der Komödie ist in der Sammlung allerdings nicht ausfindig zu machen, weshalb ein kritischer Apparat eingangs Informationen zum Titel, Autor und dem Erscheinungsjahr gibt, ohne jedoch einen Ausgabeort zu be- nennen. Den Beginn des Werks bildet eine Vorrede, die unterzeichnet ist mit P. Sq., wonach ein Personenverzeichnis folgt. Bei der Autorenbestimmung wurde in der fachkundigen Literatur mittlerweile die Gewohnheit, sich bei mittelbaren Verweisen aufzuhalten, zur Praxis, sodass eine Kontextualisierung zur Rezep- tion des Stücks hauptsächlich durch die Herstellung von Parallelen bedingt ist, die auf Gryphius als den Verfasser des Stücks verweisen.2 Begibt man sich an die Analyse der Komödie Absurda Comica oder Peter Squentz3 so ergeben sich noch im Vorfeld der Untersuchungen und Vorberei- tungen zahlreiche Schwierigkeiten. Grund dafür ist nicht die Tatsache, dass das Werk nie als eine integrale Ausgabe erschienen ist, unterzeichnet von Andreas Gryphius als dessen Autor, sondern die Anwesenheit spärlich vorhandener Quel- len, in denen dieses Werk anzutreffen ist, unter einer...

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