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Spannungsfelder: Literatur und Mythos

Beiträge zum 2. Studierendenkongress der Komparatistik, 6. bis 8. Mai 2011, Universität Bonn- Herausgegeben in Zusammenarbeit mit Oliver Renner und Anne Christina Scheuss - Unter Mitwirkung von Jule Böttner, Adina Genglawski, Anna-Felicitas Gessner,

Edited By Andreas J. Haller, Bettina Huppertz and Sonja Lenz

Dieser Sammelband präsentiert eine Auswahl der Vorträge, die im Rahmen des 2. Studierendenkongresses der Komparatistik an der Universität Bonn gehalten wurden. Literatur- und Kulturwissenschaften sind ohne das Spannungsfeld Literatur und Mythos nicht denkbar. Mythische Denkmuster sind stets Teil des gesellschaftlichen Bewusstseins und der geführten Diskurse. Dass antike mythische Stoffe in der Literatur- und Kulturgeschichte omnipräsent sind, wird dadurch deutlich, dass immer wieder Motive, Figuren und narrative Muster dieser Stoffe literarisch oder künstlerisch verarbeitet und bis in unsere heutige Zeit hinein rezipiert und erneuert werden. Der Sammelband spiegelt diese Vielfalt der Mythenrezeption sowie die Relevanz des Themas für unterschiedlichste Forschungsdisziplinen wider.

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2. „Getrieben von jener Sehnsucht nach dem Mythos“. Zum Mythosbegriff in den Essays von Paul Valéry und Hermann Broch. Victoria Weidemann

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„Getrieben von jener Sehnsucht nach dem Mythos“. Zum Mythosbegriff in den Essays von Paul Valéry und Hermann Broch Victoria Weidemann Die literarischen und philosophischen Essays von Hermann Broch und Paul Valé- ry fügen sich auf den ersten Blick nahtlos in die Reihe der zahllosen 'Krisenschrif- ten' zu Anfang des 20. Jahrhunderts ein. Beide berichten über die prekäre Situ- ation von Subjekt, Sprache und Gesellschaft, die von nie gekannten politischen, wissenschaftlichen und ökonomischen Umwälzungen bedroht werden. Ihre Es- says sind jedoch weniger Klageschriften oder Abgesänge auf das Abendland als vielmehr der Versuch, das Unverstehbare dieser Moderne wieder menschlicher Erkenntnis zugänglich zu machen. Eine erstaunlich deutliche Rolle spielt in die- ser Hinsicht sowohl bei Valéry als auch bei Broch der Begriff des 'Mythos'. Kaum als konkreter Bezug auf eine bestimmte Textsorte gemeint, definieren beide den Begriff autonom, indem sie ihn zum Etikett unterschiedlicher Konzepte von Welt und Sprache machen. Dieser Beitrag stellt eine hermeneutische Lektüre der Essays dar, in der die rheto- rische Konstruktion des Begriffs 'Mythos' einerseits als Antwort auf eine reale gesell- schaftliche Situation, andererseits als performativ, das heißt in ihrer Wirkung auf den Leser interpretiert wird. Als Textgrundlage dienen dabei Zeit und Zeitgeist (1934) und Zur Erkenntnis dieser Zeit (1917) von Broch und Introduction à la méthode de Léonard de Vinci (1957) und die Petite lettre sur les mythes (1928) von Valéry. Hermann Broch beginnt seinen Essay Geist und Zeitgeist von 1934 mit folgen- den Worten: „Eine...

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