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Spannungsfelder: Literatur und Mythos

Beiträge zum 2. Studierendenkongress der Komparatistik, 6. bis 8. Mai 2011, Universität Bonn- Herausgegeben in Zusammenarbeit mit Oliver Renner und Anne Christina Scheuss - Unter Mitwirkung von Jule Böttner, Adina Genglawski, Anna-Felicitas Gessner,

Edited By Andreas J. Haller, Bettina Huppertz and Sonja Lenz

Dieser Sammelband präsentiert eine Auswahl der Vorträge, die im Rahmen des 2. Studierendenkongresses der Komparatistik an der Universität Bonn gehalten wurden. Literatur- und Kulturwissenschaften sind ohne das Spannungsfeld Literatur und Mythos nicht denkbar. Mythische Denkmuster sind stets Teil des gesellschaftlichen Bewusstseins und der geführten Diskurse. Dass antike mythische Stoffe in der Literatur- und Kulturgeschichte omnipräsent sind, wird dadurch deutlich, dass immer wieder Motive, Figuren und narrative Muster dieser Stoffe literarisch oder künstlerisch verarbeitet und bis in unsere heutige Zeit hinein rezipiert und erneuert werden. Der Sammelband spiegelt diese Vielfalt der Mythenrezeption sowie die Relevanz des Themas für unterschiedlichste Forschungsdisziplinen wider.

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5. Leda und der Schwan im europäischen Sonett. Die Verarbeitung antiker Mythen in modernen Darstellungsformen der Weltliteratur. Isabell Mandt

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Leda und der Schwan im europäischen Sonett. Die Verarbeitung antiker Mythen in modernen Darstellungsformen der Weltliteratur Isabell Mandt Einleitung Dem Schwan kommt sowohl als Figur in der Weltliteratur als auch in der My- thologie und im Märchen eine herausragende Bedeutung zu. Durch sein dichtes, makelloses Federkleid und sein würdevolles Hingleiten auf dem Wasser hat der Schwan seit jeher eine bewundernde Faszination ausgelöst, die ihm oftmals das Attribut eines 'königlichen' Tieres verliehen hat.1 Die Phantasie der Menschen wurde aber vor allem durch die antiken Mythen beflügelt, in denen der symbol- trächtige Schwan entweder als Begleiter bestimmter Personen auftritt oder selbst eine wichtige Rolle spielt. Den antiken Göttern dient er als Transportmittel und wird oft als Begleitung des Liebesgottes Eros erwähnt, der teilweise auch selbst in Gestalt eines Schwans auftritt (vgl. Bradley 1976, S. 32). Unter den vielen Tiergestalten, die Zeus annahm, um Frauen und Jünglinge zu verführen,2 ist der Schwan diejenige Gestalt, die durch sein schönes Gefieder und sein proportional kleines Körpermaß am ehesten den Gedanken einer zärtlichen, unerzwungenen Romanze mit einer anziehenden Frau zulässt. Dabei kommt der symbolhaften Gestalt des Schwans, welche Zeus für sich wählt, hohe Bedeutung zu, da sie die verschiedensten Assoziationen weckt: Sein weißes, weiches Gefieder lässt an Un- schuld, Reinheit und Zärtlichkeit denken; seine gleitende Art zu schwimmen und der lange, würdevoll emporgereckte Hals erwecken Vorstellungen von Schönheit, Anmut und Grazie (vgl. Sword...

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