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Spannungsfelder: Literatur und Mythos

Beiträge zum 2. Studierendenkongress der Komparatistik, 6. bis 8. Mai 2011, Universität Bonn- Herausgegeben in Zusammenarbeit mit Oliver Renner und Anne Christina Scheuss - Unter Mitwirkung von Jule Böttner, Adina Genglawski, Anna-Felicitas Gessner,

Edited By Andreas J. Haller, Bettina Huppertz and Sonja Lenz

Dieser Sammelband präsentiert eine Auswahl der Vorträge, die im Rahmen des 2. Studierendenkongresses der Komparatistik an der Universität Bonn gehalten wurden. Literatur- und Kulturwissenschaften sind ohne das Spannungsfeld Literatur und Mythos nicht denkbar. Mythische Denkmuster sind stets Teil des gesellschaftlichen Bewusstseins und der geführten Diskurse. Dass antike mythische Stoffe in der Literatur- und Kulturgeschichte omnipräsent sind, wird dadurch deutlich, dass immer wieder Motive, Figuren und narrative Muster dieser Stoffe literarisch oder künstlerisch verarbeitet und bis in unsere heutige Zeit hinein rezipiert und erneuert werden. Der Sammelband spiegelt diese Vielfalt der Mythenrezeption sowie die Relevanz des Themas für unterschiedlichste Forschungsdisziplinen wider.

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9. Der Mythos Rom am Beispiel von Ingeborg Bachmann. Giuliano Lozzi

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Der Mythos Rom am Beispiel von Ingeborg Bachmann Giuliano Lozzi Dass die Stadt Rom schon immer eine besondere Anziehungskraft auf die deutsche Kultur ausgeübt hat, ist eine unbestreitbare Tatsache. Durch seine Auseinander- setzung mit der 'Ewigen Stadt' hat Johann Wolfgang von Goethe den Grundstein einer langen Tradition gelegt, die sich bis heute gehalten hat. Das idealisierte Bild von Rom hat er in einem über 20 Jahre nach seiner Reise nach Italien verfassten Tagebuch verewigt, das den Titel Italienische Reise (1816) trägt. Auf den Seiten, die er Rom widmet, sind die ersten Zeichen des Mythos einer Weltstadt aufzuspü- ren, mit dem alle deutschen Schriftsteller/-innen sich auseinandergesetzt haben, die auf den Spuren Goethes nach Rom gereist sind. Für den gelehrten Reisenden ist Rom mindestens aus zwei Gründen einen Besuch wert: einerseits ist die Stadt als Wiege der Kunst der Antike, des Klassi- zismus und des Barocks bekannt; andererseits ist die 'Heilige Stadt' das Zentrum des katholischen Glaubens und somit Träger einer jahrtausendealten religiösen Botschaft, mit der sich jeder Gläubige identifizieren kann. Schon in diesen zwei Aspekten liegen mythische Züge, die das von verschiedenen deutschsprachigen Autoren gestaltete Bild von Rom tief geprägt haben. Die Auseinandersetzung mit der Ewigen Stadt reicht von Johann Gottfried Herder bis Franz Grillparzer, von August von Platen bis hin zu Marie Luise Kaschnitz oder Rolf Dieter Brinkmann. Einige haben sich in die Tradition dieses Mythos eingereiht, indem sie die Realität der Stadt mit der 'Brille Goethes' betrachtet haben;...

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