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Spannungsfelder: Literatur und Mythos

Beiträge zum 2. Studierendenkongress der Komparatistik, 6. bis 8. Mai 2011, Universität Bonn- Herausgegeben in Zusammenarbeit mit Oliver Renner und Anne Christina Scheuss - Unter Mitwirkung von Jule Böttner, Adina Genglawski, Anna-Felicitas Gessner,

Edited By Andreas J. Haller, Bettina Huppertz and Sonja Lenz

Dieser Sammelband präsentiert eine Auswahl der Vorträge, die im Rahmen des 2. Studierendenkongresses der Komparatistik an der Universität Bonn gehalten wurden. Literatur- und Kulturwissenschaften sind ohne das Spannungsfeld Literatur und Mythos nicht denkbar. Mythische Denkmuster sind stets Teil des gesellschaftlichen Bewusstseins und der geführten Diskurse. Dass antike mythische Stoffe in der Literatur- und Kulturgeschichte omnipräsent sind, wird dadurch deutlich, dass immer wieder Motive, Figuren und narrative Muster dieser Stoffe literarisch oder künstlerisch verarbeitet und bis in unsere heutige Zeit hinein rezipiert und erneuert werden. Der Sammelband spiegelt diese Vielfalt der Mythenrezeption sowie die Relevanz des Themas für unterschiedlichste Forschungsdisziplinen wider.

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17. Le bricolage mythique. Gangsterfiguren in Jean-Luc Godards Bande à Part. Elena Felicitas Stingl

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Le bricolage mythique. Gangsterfiguren in Jean-Luc Godards Bande à Part Elena Felicitas Stingl „Leben in der schwer überschaubaren Großstadt, Präsenz des Schattens, Überle- benskämpfe, rücksichtsloses Handeln als Selbstverständlichkeit: eine Kinemato- graphie des Wahns“ (Grob 2007, S. 275). Reclams Sachlexikon des Films illus- triert mit diesen Worten den Kosmos einer ebenso berüchtigten wie populären Filmfigur. Eine Figur, deren gewaltbereiter Agitationismus beim Kinopublikum eine seit über achtzig Jahren anhaltende Faszination statt moralistischer Ableh- nung auslöst: der Gangster. Im Sachlexikon des Films liest man an anderer Stelle, das Kino könne als Agen- tur der Mythosverbreitung angesehen werden (Bauer 2007, S. 248). Der Gangster, als eine der Stammfiguren populärer Kinofilme, kann insofern als Äußerungsform und Projektionsfläche der Verbreitung und Aktualisierungen von Mythen erachtet werden. Jean-Jacques Wunenburger begreift Mythen als Symbolformen von hoher Be- weglichkeit und Flexibilität. In seiner kleinen Schrift Mytho-phorie: formes et transformations du mythe stellt Wunenburger seine Auffassung von mythischer Wirkweise als Frage nach dem Reichtum des Mythos: „Ou bien ne faut-il pas considérer que la richesse du mythe réside peut-être justement dans cette capaci- té d'anamorphose qui lui permet de suivre lui-même sous d'autre expressions?“ (Wunenburger 1994, S. 20). Die folgenden Ausführungen nehmen das Wunenburger'sche Modell des My- thos zum Anlass, die anamorphotische Kapazität von Gangstern zu überprüfen und daran anknüpfend die Frage nach der Mythenhaftigkeit dieser Filmfigur zu stellen. Da sich Wunenburgers Mythosbegriff vor allem auf Revitalisierungen und Variationen mythischer...

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