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Spannungsfelder: Literatur und Mythos

Beiträge zum 2. Studierendenkongress der Komparatistik, 6. bis 8. Mai 2011, Universität Bonn- Herausgegeben in Zusammenarbeit mit Oliver Renner und Anne Christina Scheuss - Unter Mitwirkung von Jule Böttner, Adina Genglawski, Anna-Felicitas Gessner,

Edited By Andreas J. Haller, Bettina Huppertz and Sonja Lenz

Dieser Sammelband präsentiert eine Auswahl der Vorträge, die im Rahmen des 2. Studierendenkongresses der Komparatistik an der Universität Bonn gehalten wurden. Literatur- und Kulturwissenschaften sind ohne das Spannungsfeld Literatur und Mythos nicht denkbar. Mythische Denkmuster sind stets Teil des gesellschaftlichen Bewusstseins und der geführten Diskurse. Dass antike mythische Stoffe in der Literatur- und Kulturgeschichte omnipräsent sind, wird dadurch deutlich, dass immer wieder Motive, Figuren und narrative Muster dieser Stoffe literarisch oder künstlerisch verarbeitet und bis in unsere heutige Zeit hinein rezipiert und erneuert werden. Der Sammelband spiegelt diese Vielfalt der Mythenrezeption sowie die Relevanz des Themas für unterschiedlichste Forschungsdisziplinen wider.

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18. Wahnsinn als Methode. Lovecraft und der Cthulhu-Mythenzyklus. Bärbel Schomers

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Wahnsinn als Methode. Lovecraft und der Cthulhu-Mythenzyklus Bärbel Schomers Im Folgenden werde ich die Struktur und Funktion der Lovecraft'schen Mythen am Beispiel der Novelle Shadow over Innsmouth (1932) analysieren, um zu zei- gen, warum Howard Phillips Lovecrafts (1890–1937) Arbeiten zur Angst vor dem Unbekannten heute noch eine große Faszination auf Autoren, Leser, Rollenspieler sowie Film- und Videospielproduzenten ausüben. Dem am 20.08.1890 in Provi- dence/Massachusetts geborenen Autor, dessen Werke zur literarischen Gattung der 'Weird Fiction' zählen, dienen Neuengland und Massachusetts als Hintergrund für die meisten seiner Erzählungen. Die Landschaft und die typischen Bewohner, erweitert um erfundene Ortschaften, deren Bezug zu realen Orten überdeutlich ist, verschaffen ihnen ein typisches Lokalkolorit (vgl. Joshi 2001, S. 10). So diente als Vorlage für Innsmouth die Hafenstadt Newburyport. Nicht nur die Stadt Innsmouth selbst existiert in einem Zustand des Verfalls, sie wird als halb verlassen und sterbend beschrieben, auch die gesamte Gemeinschaft der Stadtbewohner scheint sich der Stagnation und Dekadenz hinzugeben. Die Häuser wirken leer und zerfallen, die Bewohner sind in der Umgebung verhasst und werden gemieden (vgl. Lovecraft 2008a, S. 807f.). Lovecrafts antiidyllische Ästhetik ist geprägt von Dekadenz, Alter, Schmutz, Verfall, Isolation, Armut und Stagnation. Angeblich alte Mythen, die häufig in verstümmelter oder verschlüs- selter Form immer noch im Wissen der Anwohner präsent sind, dienen Lovecraft in dieser Novelle wie auch in vielen seiner Kurzgeschichten als Aufhänger für das Interesse des Erzählers und als Einführung in die...

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