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Spannungsfelder: Literatur und Mythos

Beiträge zum 2. Studierendenkongress der Komparatistik, 6. bis 8. Mai 2011, Universität Bonn- Herausgegeben in Zusammenarbeit mit Oliver Renner und Anne Christina Scheuss - Unter Mitwirkung von Jule Böttner, Adina Genglawski, Anna-Felicitas Gessner,

Edited By Andreas J. Haller, Bettina Huppertz and Sonja Lenz

Dieser Sammelband präsentiert eine Auswahl der Vorträge, die im Rahmen des 2. Studierendenkongresses der Komparatistik an der Universität Bonn gehalten wurden. Literatur- und Kulturwissenschaften sind ohne das Spannungsfeld Literatur und Mythos nicht denkbar. Mythische Denkmuster sind stets Teil des gesellschaftlichen Bewusstseins und der geführten Diskurse. Dass antike mythische Stoffe in der Literatur- und Kulturgeschichte omnipräsent sind, wird dadurch deutlich, dass immer wieder Motive, Figuren und narrative Muster dieser Stoffe literarisch oder künstlerisch verarbeitet und bis in unsere heutige Zeit hinein rezipiert und erneuert werden. Der Sammelband spiegelt diese Vielfalt der Mythenrezeption sowie die Relevanz des Themas für unterschiedlichste Forschungsdisziplinen wider.

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21. Die vermeintlich spurenlose Eislandschaft als Ort des Mythos und der Reproduktion von 'männlichem' Heldentum. Christoph Ransmayrs "Die Schrecken des Eises und der Finsternis" und Alfred Anderschs "Hohe Breitengrade oder Nachrichten von der Grenze". Ursula Ebel

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Die vermeintlich spurenlose Eislandschaft als Ort des Mythos und der Reproduktion von 'männlichem' Heldentum. Christoph Ransmayrs Die Schrecken des Eises und der Finsternis und Alfred Anderschs Hohe Breitengrade oder Nachrichten von der Grenze Ursula Ebel Im Zentrum dieses Forschungsbeitrags steht die polare Eislandschaft, deren Dar- stellung und Reproduktion als Ort des Mythos in literarischen Texten. In (post- ) moderner Literatur wird oftmals die Reproduktion des Mythos zelebriert, die De- montage des Mythos ausgelotet und eine kritische Sichtweise auf tradierte mythi- sche Einschreibungen und Verklärung forciert. Neben einer kurzen Einfüh rung zum Spannungsverhältnis von Mythos und Erzählen wird an dieser Stelle jene Entwick- lung (post-)moderner Literatur in Bezug auf Christoph Ransmayrs Die Schrecken des Eises und der Finsternis (1986) und Alfred Anderschs Hohe Breitengrade oder Nachrichten von der Grenze (1969) nachgezeichnet. Überdies wird der Umgang mit Heldenmythen von zeitgenössischen SchriftstellerInnen verhandelt. Unberührte, unbefleckte und widerspenstige Räume lassen eine Vielzahl von Fiktionen, Imaginationen, Phantasien und Spiegelungen zu. Der eurozentristi sche Blick fällt auf die Fremde. Deren Interpretation und Instrumentalisierung bzw. damit einhergehend der Kampf um die Aneignung derselben sagen viel über das Wesen des Blickes selbst aus, welches versucht sich in den unbe herrschbaren Na- turräumen zu präsentieren, konstruieren bzw. rekonstruieren. Die Imaginationen des Topos der polaren Eislandschaft sind für die Kulturge schichte und die Litera- turwissenschaft besonders dankbare Orte, da sie sich auf grund ihrer Lebensfeind- lichkeit lange Zeit den Blicken der westlichen Gesell schaft verwehren konnten. Die erhabenen...

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