Show Less

Spannungsfelder: Literatur und Mythos

Beiträge zum 2. Studierendenkongress der Komparatistik, 6. bis 8. Mai 2011, Universität Bonn- Herausgegeben in Zusammenarbeit mit Oliver Renner und Anne Christina Scheuss - Unter Mitwirkung von Jule Böttner, Adina Genglawski, Anna-Felicitas Gessner,

Edited By Andreas J. Haller, Bettina Huppertz and Sonja Lenz

Dieser Sammelband präsentiert eine Auswahl der Vorträge, die im Rahmen des 2. Studierendenkongresses der Komparatistik an der Universität Bonn gehalten wurden. Literatur- und Kulturwissenschaften sind ohne das Spannungsfeld Literatur und Mythos nicht denkbar. Mythische Denkmuster sind stets Teil des gesellschaftlichen Bewusstseins und der geführten Diskurse. Dass antike mythische Stoffe in der Literatur- und Kulturgeschichte omnipräsent sind, wird dadurch deutlich, dass immer wieder Motive, Figuren und narrative Muster dieser Stoffe literarisch oder künstlerisch verarbeitet und bis in unsere heutige Zeit hinein rezipiert und erneuert werden. Der Sammelband spiegelt diese Vielfalt der Mythenrezeption sowie die Relevanz des Themas für unterschiedlichste Forschungsdisziplinen wider.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

23. Der Mythos vom Matriarchat in der westlichen Literatur von der Antike bis zur Gegenwart. Sonja Zimmermann

Extract

Der Mythos vom Matriarchat in der westlichen Literatur von der Antike bis zur Gegenwart Sonja Zimmermann Im Folgenden soll ein Überblick der literarischen Darstellungstradition des Mat- riarchatsmythos in der westlichen Welt gegeben werden. Es wird gezeigt werden, dass sich die Adaptionen des Matriarchats im 20. Jahrhundert zum einen auf die Begriffsdefinition der Matriarchatsforschung beziehen und sich zum anderen in eine literarische Tradition einfügen, die mit der Antike begann. Dafür wird zuerst kurz auf die Begriffe des Mythos, des Matriarchats und Patriarchats eingegangen und die Schwierigkeiten ihrer Begriffsdefinition betrachtet. Anschließend wird die Verwendung des Matriarchats beispielhaft anhand folgender Autoren1 erläu- tert: Homer, Herodot, Strabo, Margaret Cavendish, Mary E. Bradley Lane, Mari- on Zimmer Bradley, Diana L. Paxson, Jean M. Auel und Christa Wolf. Der Mythos bezeichnet u.a. eine Erzählung, in welcher Völker symbolisch ihre jeweilige Vorstellung der sakralen und säkularen Weltordnung ausdrücken und gleichzeitig historische Ereignisse überliefern, wobei er in verschiedene Kategori- en eingeteilt werden kann, wie u.a.: Theogonien, Anthropogonien und Eschatolo- gien (Wilpert 2001, S. 541). Er besteht dabei aus einen oder mehreren Mythemen, die die kleinste historisch invariable und konstitutive Einheit bilden (Lévi-Strauss 1995, S. 117ff.). Schon in der Antike hatte der Mythos seine historiographische Funktion verloren und diente ebenso der Unterhaltung und Belehrung. Hier wird der Begriff des Mythos in dieser Bedeutung verwendet, da der literarische Stoff im antiken Matriarchatsmythos seinen Ursprung besitzt.2 Der Begriff Matriarchat ist eine Wortneuschöpfung, die durch das anthropolo- gische Werk Ancient Societies des...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.