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Sprachenpolitik und Rechtssprache

Methodische Ansätze und Einzelanalysen

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Sandro Moraldo

Sprachenpolitik und Rechtssprache sind die zwei Schwerpunkte dieses Bandes. Die Beiträge zur Sprachenpolitik diskutieren die Vorrangstellung des Englischen in der internationalen Kommunikation und gehen auf wichtige Fragen ein (u. a.: Wie kann Mehrsprachigkeit erhalten/gefördert werden? Tragen Bildungspolitiker der EU-Strategie zur Förderung der Mehrsprachigkeit auf nationaler Ebene Rechnung?). Rechtssprache bildet den Kern der Verwaltungssprache. Behördliche Schreiben (Texte, Vorschriften etc.) müssen Sachverhalt und rechtliche Situation richtig wiedergeben, verständlich formuliert und übersichtlich sein. Wegen der Bedeutung einer bürgernahen Sprache in der und für die Öffentlichkeit werden im Band verschiedene Fragestellungen auf der Folie einer kritisch-analytischen Betrachtung reflektiert.

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Zur Bürgerfreundlichkeit und Verständlichkeit alltagsnaher österreichischer Rechtstexte Rudolf Muhr

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Abstract The present study examined two Austrian legal forms for seizure and summary proceedings to assess their legibility and readability. Both forms are used in a large number of related legal cases. The investigation includes lexical, syntactic and formal aspects. A theoretical frame- work was developed in the course of the study. The numerous results show that the forms are not only almost impossible to understand, but in some respects misleading, which makes the revision of the forms necessary. 1. Ausgangspunkt(e) Im Verlauf der Arbeit am Projekt ATERM, das ich in Zusammenarbeit mit dem Bundeskanzleramt der Republik Österreich zwischen 2007-2010 durchgeführt habe und die Erarbeitung von rechtsterminologischen Unterschieden zwischen Österreich zum Ziel hatte, sind mir und meinen MitarbeiterInnen viele Rechts- texte untergekommen, die uns aufgrund ihrer Komplexität zuerst erstaunten und dann aufgrund ihrer mangelnden Zugänglichkeit viele Fragen aufwarfen. Wenn selbst Akademiker mit langjähriger Schulbildung und Universitätsprofessoren nicht imstande sind, derartige Texte ohne Mühe und größeren Aufwand zu ver- stehen, dann ist anzunehmen, dass Menschen mit durchschnittlicher Schulbil- dung und Fachferne mit derartigen Texten ungleich größere Probleme haben werden. Mit massiven Verständnisproblemen von Rechtstexten war ich auch in meiner Funktion als Sachwalter (gesetzlicher Vertreter) konfrontiert, als es da- rum ging, einen sog. Exekutionsantrag (Pfändungsantrag) zu verstehen und fristgerecht zu reagieren. Beides misslang und hinterließ ein frustrierendes Ge- fühl des Scheiterns, weil nicht klar war, was eigentlich verlangt wurde. Diese Erfahrungen haben mich veranlasst, mich mit der Verständlichkeit und...

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