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Schmerzensgeld für nahe Angehörige

Rechtsvergleichende Sammlung und Erörterung von Gerichtsurteilen zur Veranschaulichung möglichst vieler denkbarer Schadensfälle

Anita Maria Spandl

Dieses Buch beschäftigt sich mit der Rechtsprechung zum Thema Schmerzensgeld für nahe Angehörige. Eine intensive Fallbesprechung schließt an die Darlegung der wichtigsten Gerichtsentscheidungen aus Österreich, Deutschland, der Schweiz, England und Frankreich an. Es gibt drei Überkapitel: Die Kernfamilie, weitere Verwandte und Nicht-Verwandte. Für die Fortentwicklung der österreichischen (aber auch der deutschen) Rechtsprechung ist die eingehende Fallanalyse unabdingbar: Die Haftungsbegrenzung bei Schock- und Trauerschäden durch die enge Nahebeziehung (nahe Angehörigeneigenschaft) wird einer strengen Prüfung unterzogen. Denn einerseits darf die Rechtsprechung nicht zu weit gehen und muss eine befürchtete Klageflut bewältigen können und andererseits stellt sich in Österreich noch die Frage nach der Möglichkeit einer Haftungserweiterung unabhängig vom Verschuldensgrad des Schädigers. Das Buch ist aufgrund der Alltagsrelevanz eines sehr emotionalen Themas für ein breiteres Leserpublikum und nicht nur als Fachbuch für Juristen geeignet.

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III. Nicht verwandte Personen

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Im dritten Kapitel werden Schadensfälle behandelt, die folgenden Beziehungen zuordenbar sind: Der Beziehung zwischen Verlobten Der Beziehung zwischen Lebensgefährten Der Beziehung zwischen Freunden A) Die Beziehung zwischen Verlobten 1. Die Rechtsprechung aus Deutschland a) LG Frankfurt 2/12 O 50/67 Die Klägerin geht mit ihrem Begleiter Hand in Hand auf dem Bürgersteig, als der beklagte PKW-Lenker die Kontrolle über sein Fahrzeug verliert, den Beglei- ter der Klägerin erfasst und ihn tödlich verletzt299. Die Klägerin machte geltend, mit ihrem Begleiter verlobt gewesen zu sein, eine baldige Eheschließung beab- sichtigt zu haben und durch den Unfall einen schweren Schockschaden erlitten zu haben, der stationär behandelt werden musste. Die Beklagten bestreiten ins- besondere das Vorliegen einer Verlobung zwischen der Klägerin und dem Getö- teten. Das LG Frankfurt bejahte den Schmerzengeldanspruch der Klägerin aber unabhängig davon, ob sie tatsächlich mit ihrem Begleiter verlobt war. Bloß na- hen Verwandten einen Anspruch einzuräumen, wäre im vorliegenden Fall zu eng, weil die Klägerin eine Gesundheitsverletzung erlitten habe und daher als unmittelbar Geschädigte anzusehen sei. Die Klägerin musste miterleben, wie ihr Begleiter von einem PKW erfasst und getötet wurde. Ihr Gesundheitsschaden sei daher eine adäquate Folge des Unfallgeschehens und wurde ihr vom Schädiger schuldhaft zugefügt. Für den Schmerzengeldanspruch komme es daher auf das Vorliegen einer Verlobung nicht zwingend an. 299 LG Frankfurt 2/12 O 50/67, NJW 1969, 2286 (2287)=VersR 1970, 357. 159 aa) Anmerkung:...

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