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Eigenkapitalanforderungen für Verbriefungszweckgesellschaften im Lichte der Finanzkrise

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Julia Boß

Die internationale Finanzkrise hat zu einer Änderung der bestehenden Eigenkapitalvorschriften für Banken geführt. Verbriefungszweckgesellschaften, die eine zentrale Rolle in der Krise gespielt haben, wurden jedoch nicht in die Pflicht zum Vorhalten von regulatorischem Eigenkapital einbezogen. Die Arbeit beleuchtet den Verbriefungsmarkt, die Entwicklung der Finanzkrise und die in Deutschland und den USA geltenden Eigenkapitalanforderungen. Ferner werden Bilanzierungs- und Offenlegungsfragen angesprochen. Die Autorin resümiert, dass weiterhin keine regulatorischen Eigenkapitalanforderungen für Verbriefungszweckgesellschaften gelten und dies auch aus politischen Gründen kaum denkbar ist. Eine freiwillige Einführung von Kapitalstandards brächte jedoch einige Vorteile mit sich.

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B. Ursachen der Finanzkrise

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Im Verlauf der Finanzkrise haben einige der oben dargestellten Zweckgesell- schaften mit ihren Geschäftsmodellen große Einbußen verzeichnen müssen und ihre Investoren haben Verluste in Milliardenhöhe erlitten. Aus diesem Grund sollen im Folgenden kurz die Ursachen und der Verlauf der Finanzkrise darge- stellt werden. Auf der Grundlage dieses Wissens können später zukunftsgerich- tete Aussagen über etwaige Änderungen der rechtlichen oder tatsächlichen Rahmenbedingungen für Zweckgesellschaften gemacht werden. I. Entwicklung Die Finanzkrise hat sich aus einer Vielzahl komplexer Umstände heraus entwi- ckelt. Dabei haben globale, makroökonomische Umstände eine Grundlage ge- schaffen, die wie ein Nährboden für die Krise wirkte. Gefördert wurde die Krise jedoch auch von nationalen Entwicklungen. Diese nationalen Vorgänge haben letztlich den Stein ins Rollen gebracht, der die Weltwirtschaft unaufhaltsam auf die Finanzkrise zusteuern ließ. Dieser Stein nahm beim Rollen immer mehr Fahrt auf und wurde ähnlich einem Schneeball immer größer. Gemeint sind hiermit die Ereignisse auf dem US-amerikanischen Immobilienmarkt, die zur sogenannten Subprime-Krise geführt haben. Die Subprime-Krise führte zu ho- hen Verlusten bei einer großen Zahl von Investoren, die unter der Annahme zu- künftig steigender Immobilienpreise entsprechende Investitionen getätigt hatten. Als diese Annahme sich als unzutreffend erwies, mussten diese Investoren Ver- luste in Milliardenhöhe abschreiben. Doch räumlich beschränkten sich diese Verluste nicht auf die U.S.A. Denn weltweit wurden direkte oder indirekte In- vestitionen in den US-Immobilenmarkt getätigt, so dass dort generierte Verluste auch au...

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