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Eigenkapitalanforderungen für Verbriefungszweckgesellschaften im Lichte der Finanzkrise

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Julia Boß

Die internationale Finanzkrise hat zu einer Änderung der bestehenden Eigenkapitalvorschriften für Banken geführt. Verbriefungszweckgesellschaften, die eine zentrale Rolle in der Krise gespielt haben, wurden jedoch nicht in die Pflicht zum Vorhalten von regulatorischem Eigenkapital einbezogen. Die Arbeit beleuchtet den Verbriefungsmarkt, die Entwicklung der Finanzkrise und die in Deutschland und den USA geltenden Eigenkapitalanforderungen. Ferner werden Bilanzierungs- und Offenlegungsfragen angesprochen. Die Autorin resümiert, dass weiterhin keine regulatorischen Eigenkapitalanforderungen für Verbriefungszweckgesellschaften gelten und dies auch aus politischen Gründen kaum denkbar ist. Eine freiwillige Einführung von Kapitalstandards brächte jedoch einige Vorteile mit sich.

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C. Kapital, Risiko und Risikoverlagerung im Rahmen von Verbriefungstranaktionen

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Eng im Zusammenhang mit der Frage nach der Rolle des Verbriefungsmarktes bei der Entstehung der Finanzkrise [siehe B. I. 2. e)], steht die Frage der Risi- koverlagerung im Rahmen von Verbriefungstransaktionen. Wie ist es zu erklä- ren, dass trotz der rechtlichen Unabhängigkeit der Zweckgesellschaften, Banken mit ihrem Kapital für die Transaktionen hafteten? Welche weiteren Parteien wa- ren dem Verlustrisiko ausgesetzt? Zur Beantwortung dieser Fragen sind zuerst die typischerweise bei einer Verbriefungstransaktion bestehenden Risiken zu identifizieren (C. I. 1.). Daraufhin sind diese bestehenden Risiken auf ihre theo- retische Verlagerung hin zu einer anderen Partei im Rahmen der Transaktion zu untersuchen (C. II.). Danach wird kurz dargestellt, welche Risiken sich im Ver- lauf der Finanzkrise tatsächlich bei welchen Beteiligten materialisiert haben (ebenfalls C. II.) Zuletzt werden diese Risiken auf ihre regulatorische Eigenkapi- talunterlegungspflichten untersucht (C. IV.). Auf grundsätzliche Fragen des Ablaufs einer Transaktion wurde bereits un- ter Punkt A. III. 1. eingegangen. In diesem Abschnitt werden bereits dargestellte Umstände und Abläufe, allein unter dem Gesichtspunkt des Bestehens und der Verlagerung vom Risiken und damit verbundener Kapitalanforderungen neu be- leuchtet und eventuell vertieft. I. Theoretische Risikoverlagerung Nicht alle Verbriefungstransaktionen dienen dem gleichen Zweck und sind gleichartig strukturiert. Daher sind auch nicht die spezifischen Risiken einer Transaktion immer gleich. Hier wird nur auf die gängigsten Strukturen und Sachverhalte eingegangen. 1. Bestimmung der gegenständlichen Risiken Jede Position, die ein Unternehmen im Rahmen einer Verbriefungstransaktion einnehmen kann – in Betracht kommt die des Originators, Sponsors oder Inves- tors...

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