Show Less

Kriminalgeographie

Theoretische Konzepte und empirische Ergebnisse

Series:

Thilo Eisenhardt

Die Arbeit gibt einen Überblick über theoretische Konzepte und empirische Ergebnisse aus dem Arbeitsfeld Kriminalgeographie (Wohn- und Tatorte), einem Bereich der Sozialgeographie. Die Konzepte kommen aus der Sozialgeographie, der Umwelt- bzw. Ökopsychologie und der Sozialökologie, einem Forschungsbereich der Stadtsoziologie. Kriminologisch relevante Theorien mit räumlichem Bezug bilden eine theoretische Brücke zu diesen Konzepten. Die empirischen Ergebnisse hierfür wurden Studien über Städte entnommen. Der Schwerpunkt der Darstellung liegt im theoretischen Bereich, doch auch die empirischen Daten führen zu präventiv nutzbaren Konzepten durch Umweltgestaltung, d. h. Architektur und Stadtgestaltung, und sozialstrukturelle Maßnahmen, wie die Belegungspraxis von Wohnbaugesellschaften. Ziel ist die Erhöhung der sozialen Kontrolle in Problemvierteln und die Sicherung von Tatorten.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

1. Einleitung

Extract

Die Kriminalgeographie, theoretisch eigentlich ein Teilbereich der Sozialgeo- graphie, wurde und wird von ihr in der Forschung vernachlässigt. Sie ist eine Domäne der Polizeiforschung und Polizeiarbeit geworden. Eine Gruppe von „kritischen Geographen“ spricht sich sogar gegen die wenigen pragmatischen Ansätze in diesem Forschungsfeld aus und beklagt die „repressive“ Instru- mentalisierung der Kriminalgeographie. Durch die Technik des „Crime Map- ping“, d.h. der kartographischen Darstellung der Kriminalitätsverteilung in städtischen Gebieten, würden nur die räumlichen Schwerpunkte erfasst, mit der Absicht, die benachteiligten Gruppen besser kontrollieren zu können. Ohne Bezug zu den „gesellschaftlichen“ Ursachen der Entstehung abweichenden Verhaltens würde nur eine kostengünstige Methode der Kontrolle entwickelt. Der Raum wird aus dieser Perspektive als „Container“ betrachtet. Es wird der Vorwurf des „Raumfetischismus“ erhoben, d.h. dem Raum werden kriminali- sierende Eigenschaften zugeschrieben. Diese Kritik ist eine raumbezogene Neu- auflage des Etikettierungsansatzes in der Kriminologie. Aus der Sicht dieses Buches wäre es dagegen sinnvoller, die bisherigen Erkennt- nisse der Kriminalgeographie mit neueren theoretischen Inhalten anzureichern. Deswegen werden einige theoretische Grundlagen abgehandelt, um die durch die Methoden der „Kriminologischen Regionalanalyse“ (KRA) erkannten räum- lichen Schwerpunkte der Kriminalitätsverteilung besser analysieren zu können und um präventive Ansätze zu verwirklichen. Das bedeutet, dass man die Auswertung der Informationen aus der KRA nicht allein der Polizei überlassen sollte. Wenn sich allerdings nur wenige Wissenschaftler für diese Thematik interessieren, darf man sich nicht darüber wundern, dass die Polizei nur die Aspekte berücksichtigt, die in...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.