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Zur Dogmatik der Anschaffungsnebenkosten

Unter besonderer Berücksichtigung der Bilanzierung von ERP-Software

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Britta Höwer

Unter welchen Voraussetzungen sind Aufwendungen als Anschaffungsnebenkosten zu behandeln? Diese Frage wurde bislang unter Rückgriff auf das Erfolgsneutralitätsgebot beantwortet. Daran kann indes nicht festgehalten werden. Vielmehr ist das Vorsichtsprinzip zugrundezulegen. Basierend auf diesem Grundsatz stellen Aufwendungen Anschaffungsnebenkosten dar, wenn sie zu einer Werterhöhung des angeschafften Wirtschaftsguts führen. An diesen Vorgaben hat sich die Abgrenzung zu Herstellungskosten und Betriebsausgaben zu orientieren. Wendet man die dabei gefundenen Ergebnisse auf die Implementierung von ERP-Software an, so wird u.a. deutlich, dass Aufwendungen für das sogenannte Customizing als Anschaffungsnebenkosten zu behandeln sind.

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5. Teil: Abschließende Betrachtung zur Dogmatik der Anschaffungsnebenkosten

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Kapitel 1: Ergebnisse der Untersuchung Die vorliegende Untersuchung wollte die Frage beantworten, unter welchen Voraussetzungen Aufwendungen, die bei einer Anschaffung getätigt werden, als Anschaffungsnebenkosten in Handels- und Steuerbilanz zu aktivieren sind. Mit Blick auf die der Dogmatik zugrundezulegenden Prinzipien ist festge- stellt worden, dass die Aktivierungsvoraussetzungen in erster Linie dem Vor- sichtsprinzip als übergeordnetem Prinzip des (Steuer-) Bilanzrechts genügen müssen. Dabei ist aber zu beachten, dass der Vorsichtsgrundsatz nicht auf seine herkömmlichen Auslegungen zu beschränken ist. Vielmehr ist dieser (zumin- dest) für Zwecke der Anschaffungsnebenkosten unter Bezugnahme auf das Ge- bot der Bilanzwahrheit so zu interpretieren, dass eine „vorsichtige“ Aktivierung von Anschaffungsnebenkosten nur dann gegeben ist, wenn das dadurch geschaf- fene Bild der Unternehmenslage die tatsächliche Umstände wiedergibt. Dieses Verständnis entspricht – im Gegensatz zu dem einhellig hingenommenen Gebot der Erfolgsneutralität – sowohl den Zwecken der Handelsbilanz als auch denje- nigen der Steuerbilanz. Erkennt man das Vorsichtsprinzip in der o.g. Ausgestaltung als Leitprinzip der Anschaffungsnebenkosten an, so wäre die nachfolgende Regelung zu wäh- len, um die handelsbilanziellen Voraussetzungen für die Aktivierung von Ne- benkosten eindeutig zum Ausdruck zu bringen. Dabei würde es sich anbieten, die Anschaffungskosten ganz aus § 255 HGB herauszunehmen und sie mit dem in § 253 Abs. 1 Satz 1 HGB enthaltenen Gebot, höchstens die Anschaffungskos- ten anzusetzen, in einer eigenständigen Vorschrift zu kombinieren. (1) Vermögensgegenstände, die dem Betriebsvermögen im Wege der An- schaffung zugeführt worden sind, sind höchstens mit...

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