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Kompetenzzuschreibungen und Positionierungsprozesse

Eine postkoloniale Dekonstruktion im Kontext von Migration und Arbeitsmarkt

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Frauke Meyer

Diese Studie verknüpft feministisch-postkoloniale Theorieansätze mit der Methode der grounded theory, um die Begriffe Kompetenz und interkulturelle Kompetenz aus einer für die deutschsprachige Erziehungswissenschaft wenig gewöhnlichen Perspektive empirisch zu untersuchen. Die postkoloniale Kritik an der Addition sozialer Kategorien ernst nehmend, untersucht die Autorin (interkulturelle) Kompetenz hinsichtlich ihrer machtstabilisierenden Funktion. Wie wird Kompetenz über das Zusammenwirken sozialer Kategorien wie Rasse, Klasse, Geschlecht, Alter erzeugt? Welche beruflichen Positionen assoziieren spezifische Kompetenzkonstruktionen? Welche Strategien entwickeln «geanderte» und «weiße deutsche» Arbeitnehmende im Umgang mit solchen Kompetenzzuschreibungen und Positionierungen?

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III Schlussbetrachtung oder: abschließende Fragen

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Anrufungen, »persönliche« Wahrnehmungen und Kompetenzzuschreibungen Diese Arbeit suchte nach den Zusammenhängen von (In-)Kompetenzzuschrei- bungen, daraus resultierenden Positionierungsprozessen und »weißen« Wissens- produktionen über »Geanderte« und »weiße Deutsche« im Kontext des bundes- deutschen Arbeitsmarktes. Es ging mir darum, vor dem theoretischen Hinter- grund einer feministisch postkolonialen Dekonstruktion vielfältige Perspektiven auf den Forschungsgegenstand einzufangen, sie aufeinander zu beziehen und so die Vielgestaltigkeit und Vielschichtigkeit von »Kompetenz« und (diskursiven) »Positionierungen« im Kontext des Arbeitsmarktes sichtbar zu machen. Dazu war es unumgänglich »Kompetenz« und (diskursive) Positionierungen auch in ihrer Verwobenheit mit staatlichen Anrufungspraktiken und machtvollen Wis- sensproduktionen zu betrachten. Im Rahmen einer qualitativ-heuristischen Forschung arbeitete ich anhand des Datenmaterials heraus, wie unterschiedliche ArbeitsmarktakteurInnen über das Ineinandergreifen machtvoller sozialer Kategorien wie »Rasse«, »Klasse«, »Ge- schlecht«, »Alter« »(In-)Kompetenz« hervorbringen und (diskursiv) Positionie- rungen vornehmen, die die bestehenden hegemonialen Strukturen (re-)etablie- ren, aber auch verschieben können. Dazu war zweierlei nötig: Zunächst galt es, sowohl den Gedanken der Post- kolonialität als auch die Kategorien »Rasse«, »Klasse«, »Geschlecht« in ihrer Relevanz für den bundesdeutschen Kontext zu diskutieren. Die BRD wurde aus- gehend von einem diskursiven Verständnis von Postkolonialität als postkolonia- les Gebilde begriffen. »Rasse«, »Klasse«, »Geschlecht« habe ich unter Rück- griff auf postkoloniale Theoriebildungen als kritische Analysekategorien refor- muliert und ihre Relevanz für die BRD am Beispiel des historischen nationbuil- ding-Prozesses nachgezeichnet. Herausgearbeitet wurde, dass die Teilhabe an gesellschaftlichen Privilegien ebenso wie Deprivilegierungen an Zuschreibungen (u.a.) qua »Rasse«, »Klas- se«, »Geschlecht« gebunden...

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