Show Less

Das Verwaltungsrecht in der SBZ/DDR bis zur Verwaltungsneugliederung im Jahr 1952

Series:

Elisabeth Otto

In diesem Buch zeichnet die Autorin die Bedeutung des Verwaltungsrechts nach dem Zweiten Weltkrieg nach – im Gebiet der Sowjetischen Besatzungszone von den Vorbehalten der Machthaber über die Wiederherstellung bis hin zur Beseitigung der Verwaltungsgerichtsbarkeit im Jahr 1952. Die historische Entwicklung von Verwaltungsgerichtsbarkeit und Verwaltungsgesetzgebung wird dargelegt. Darüber hinaus werden die dahinter stehenden ideologischen und politischen Zusammenhänge erörtert. Zu diesem Zweck wird ein Überblick über die Rechtsprechung der Verwaltungsgerichte gegeben. Besondere Beachtung finden dabei das Oberverwaltungsgericht und das Landesverwaltungsgericht Thüringens. Ergänzt wird dies durch eine Betrachtung der Person des ersten Landesverwaltungsgerichtspräsidenten Dr. Friedrich Bloch.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

VII. Verwaltungsrechtswissenschaft

Extract

Im Zuge der wissenschaftlichen Betrachtung jener Zeit, soll nun beleuchtet wer- den, wie die Vorgänge um den gerichtlichen Verwaltungsrechtsschutz in der rechtswissenschaftlichen Literatur reflektiert wurden. Dabei ist zum einen die Frage interessant, ob und inwieweit es klare Befürwortungen in der Fachliteratur gab, welche die SED möglicherweise bestärkten, ihren Weg konsequent weiter zu verfolgen. Andererseits sollen aus der Zeit nach 1952 die wenigen, aber nachhaltigen Forderungen nach Wiederbelebung der Verwaltungsgerichtsbarkeit dargestellt werden, die gewiss erheblichen Einfluss auf die vollständige Liqui- dierung des Verwaltungsrechts auf der Babelsberger Konferenz 1958 hatten. 1. Ansichten in der Literatur und Wissenschaft vor 1952, welche die SED in der Verfolgung ihrer Ziele stützten In Wissenschaft und Politik gab es einige Personen, die sich für einen verwal- tungsgerichtlichen Rechtsschutz einsetzten. Ebenso wurden Stimmen laut, wel- che für eine Einschränkung der Verwaltungsgerichtsbarkeit plädierten und somit den Zielen der SED das Wort redeten. In der Zeitschrift „Demokratischer Auf- bau“ wurde wiederholt stärkste Beschneidung der Verwaltungsgerichtsbarkeit gefordert.793 Bereits im Jahre 1946 wies Götz Berger in der Zeitschrift „Demokratischer Aufbau“ darauf hin, dass die zukünftige Verwaltungsgerichtsbarkeit, „wenn sie nicht antidemokratisch und rückschrittlich wirken soll, Verwaltungsmaßnahmen nicht zu durchkreuzen, sondern zu verwirklichen“ hat794. „Auf keinen Fall aber kann es in der heutigen Notzeit, in der Privatinteressen und Privat,rechte´ den Bedürfnissen der Allgemeinheit in weitestem Sinne zu weichen haben, angehen, daß die Verwaltungsgerichte unumgänglich notwendige Verwal- tungsmaßnahmen außer Kraft setzen […]. […] […] Die Verwaltung kann […] nicht...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.