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«Es geht sich aus...» zwischen Philologie und Translationswissenschaft

Translation als Interdisziplin- Festschrift für Wolfgang Pöckl

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Edited By Peter Holzer, Cornelia Feyrer and Vanessa Gampert

Wolfgang Pöckls Forschungsschwerpunkte umfassen ein weites Spektrum: von der Kontrastiven Sprachwissenschaft zur Übersetzungsgeschichte bis hin zur Fachsprachenforschung und Fachübersetzung und – nicht zuletzt – zur Literaturübersetzung. Diese Festschrift für Wolfgang Pöckl bietet einen repräsentativen Querschnitt zu verschiedensten Bereichen, u. a. der Sprachpolitik, Kontrastiven Linguistik, Varietätenlinguistik, Kulturwissenschaft, Fachkommunikation, Dolmetschwissenschaft und Literaturübersetzung. Das Spektrum der behandelten Sprachen umfasst dabei germanische, romanische und slawische Sprachen bis hin zum Griechischen. Die BeiträgerInnen entstammen zu einem überwiegenden Teil Forschungs- und Ausbildungsstätten, an denen Wolfgang Pöckl gewirkt und seine Spuren hinterlassen hat.

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„Tradierte Äquivalenz.“ Gibt es „feste Wechselkurse“ zwischen den Wortschätzen von Kultursprachen? JÖRN ALBRECHT und IRIS PLACK (Heidelberg)

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1. Historische Einführung Lexikalische Äquivalenz – und nur um diese soll es hier gehen, wenn auch unter einem ganz besonderen Gesichtspunkt – ist ein seit langem heftig und kontro- vers diskutiertes Thema. Die Kontrahenten wählen als Ausgangspunkt ihrer Argumentation eine – wie sich hoffentlich zeigen wird – naive Kritik zweispra- chiger Wörterbücher. Wir selbst wollen von zwei mehr oder weniger bekannten Beispielen ausgehen, die den Vorteil haben, aus der gleichen Epoche zu stammen und innerhalb eines ähnlichen – uns heute eher fremd anmutenden – geistigen Klimas entstanden zu sein. Im Jahr 1927 erschien ein umfangreiches Werk mit dem für heutige Leser befremdlichen Titel Esprit und Geist. Versuch einer Wesenskunde des Deutschen und des Franzosen. Verfasser war der deutsche Romanist Eduard Wechßler, der um die Jahrhundertwende mit einem vielbeachteten Beitrag zur Frage der Lautgesetze hervorgetreten war (Schneider 1973, 173 ff.). Das Buch beginnt mit folgenden Sätzen: Das Wörterbuch trügt. Man kann aus einer Sprache in die andere nichts übersetzen, ohne daß es Sinn und Farbe ändert. Vielleicht, daß man aus der Gedanken- und Gefühlswelt eines Volkes in die des anderen einfachste Dinge der Schöpfung und Menschenarbeit annähernd übertragen kann, die unabhängig von den Volks- und Landessitten überall dieselben sind und immer waren. Ciel, fleur, pays, bois, fer auf der einen Seite, épée, chaire, habit, gant, maison auf der anderen scheinen übersetzbar; und doch schon diese Worte senden dem, der nicht nur die Vokabeln hört und nachspricht, geheime Schwingungen des wertenden Gefühls...

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