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«Es geht sich aus...» zwischen Philologie und Translationswissenschaft

Translation als Interdisziplin- Festschrift für Wolfgang Pöckl

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Edited By Peter Holzer, Cornelia Feyrer and Vanessa Gampert

Wolfgang Pöckls Forschungsschwerpunkte umfassen ein weites Spektrum: von der Kontrastiven Sprachwissenschaft zur Übersetzungsgeschichte bis hin zur Fachsprachenforschung und Fachübersetzung und – nicht zuletzt – zur Literaturübersetzung. Diese Festschrift für Wolfgang Pöckl bietet einen repräsentativen Querschnitt zu verschiedensten Bereichen, u. a. der Sprachpolitik, Kontrastiven Linguistik, Varietätenlinguistik, Kulturwissenschaft, Fachkommunikation, Dolmetschwissenschaft und Literaturübersetzung. Das Spektrum der behandelten Sprachen umfasst dabei germanische, romanische und slawische Sprachen bis hin zum Griechischen. Die BeiträgerInnen entstammen zu einem überwiegenden Teil Forschungs- und Ausbildungsstätten, an denen Wolfgang Pöckl gewirkt und seine Spuren hinterlassen hat.

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Vom Asanser zum Zemanfoutistas Zur Integration französischer Lehnwörter im Neugriechischen; HANS RUGE (Wiesbaden)

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Vom Asanser zum Zemanfoutistas Zur Integration französischer Lehnwörter im Neugriechischen HANS RUGE (Wiesbaden) Als ich im Jahre 2010 am Nikolaustag von Wiesbaden zum Frankfurter Flug- hafen mit der S-Bahn unterwegs war, sah ich kurz nach Verlassen des Bahnhofs Rüsselsheim auf der linken Seite ein Schild aufleuchten: Ein deutscher Altphilologe ohne Kenntnisse des Neugriechischen liest hier wohl so etwas wie „Kaphé Rhantebú“ und versteht, ist man versucht zu sagen, besten- falls: „Bahnhof“! Ein Neogräzist hingegen sieht hier gleich zwei Beispiele für Lehngut aus dem Französischen: Café Rendez-vous. Lehnwörter aus dem Französischen kommen ins Griechische1 größtenteils ab dem 19. Jahrhundert für Begriffe der äußeren, materiellen und technischen Kultur (Kleidung, Mode, Luxusartikel, Speisen), aber auch der höheren Kultur (Triantafyllidis 1941, 97). Einige wenige Wörter kamen allerdings schon im Mittelalter aus dem Altfranzösischen ins Frühneugriechische2, z.B. CDEFGH ['lizIs] VNGPOCYL^, maquiller > NVFWFYL^, lancer > CKJYL^. Was hier – über die phonematische und graphematische Anpassung hinaus – passiert, ist folgendes: Die französische Infinitivendung -er wird abgetrennt und das aus der italienischen Infinitivendung -are gebildete Suffix -- lediglich zur neugriechi- schen Präsensstammbildung verwendet. Das Neugriechische hat keinen Infinitiv, im Wörterbuch wird als Eintrag (wie beim Altgriechischen und Lateinischen) die erste Person Singular des Präsens verwendet17, daher camoufler > VNGPOCYL^ (eigentlich also „ich tarne“). Die Paradigmen mit jeweils sechs Personenangaben der oben erwähnten acht Tempora sähen dann im Aktiv wie folgt aus: JKJ L! „verdammter Fahrstuhl, verdammte Fahrstühle!“. 16 Chambre...

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