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Delegation ärztlicher Tätigkeiten

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Kerstin Bohne

Das Buch wurde ausgezeichnet mit dem 18. Wissenschaftspreis der Gesellschaft für Recht und Politik im Gesundheitswesen e.V. (GRPG)

Die Diskussion über die Delegation ärztlicher Tätigkeiten auf Krankenpfleger gewinnt vor dem Hintergrund des epidemiologisch-demografischen Wandels und der Personalsituation im Gesundheitswesen zunehmend an Bedeutung. Die Untersuchung legt den zivil-, straf- und sozialrechtlichen Rahmen der Aufgabenübertragung dar. Neben der Frage, was aus Sicht von Pflege, Medizin und Recht eine ärztliche Tätigkeit kennzeichnet, widmet sich die Arbeit den Sorgfaltsmaßstäben und -pflichten sowie der Aufklärung im Delegationsfall. In die Betrachtung einbezogen werden rechtsvergleichende Aspekte und die mit der Einfügung des § 63 Abs. 3c SGB V angestoßene Entwicklung zur Substitution ärztlicher Aufgaben.

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Erster Teil: Anamnese – Delegation als Form der Arbeitsteilung

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Der erste Teil der vorliegenden Arbeit stellt die Delegation ärztlicher Tätigkeiten auf Ge- sundheits- und Krankenpfleger1 als eine Form der medizinisch-pflegerischen Arbeitstei- lung bei der Patientenbehandlung sowie die in diesem Zusammenhang verwendeten Be- grifflichkeiten vor. A Problemstellung und praktische Relevanz Die Diskussion über das „Ob“ und „Wie“ der Delegation ärztlicher Tätigkeiten, d.h. der angeordneten Übertragung ärztlicher Tätigkeiten auf nichtärztliches Personal,2 entbrannte Mitte des 20. Jahrhunderts an der Injektionsproblematik. Die Übertragbarkeit von Injek- tionen, Infusionen und Blutentnahmen bzw. -transfusionen auf Krankenpfleger wurde zum Gegenstand zahlreicher juristischer wie medizinischer und pflegewissenschaftlicher Beiträge3. Trotz der jahrzehntelang verlaufenden Diskussion4 um diesen Problemkreis, herrscht inzwischen lediglich über das grundsätzliche „Ob“ der Delegation Einigkeit5, während über das „Wie“ weiterhin Ungewissheit6 besteht. 1 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Folgenden einerseits auf die vollständige Berufsbe- zeichnung „Gesundheits- und Krankenpfleger“ [vgl. § 1 Abs. 1 Nr. 1 KrPflG (Krankenpflegege- setz)] verzichtet und stattdessen nur von Krankenpfleger gesprochen. Andererseits wird für Berufs- und Gruppenbezeichnungen in der Regel nur die jeweils männliche Form verwendet, obwohl diese Sprachregelung teilweise den tatsächlichen Gegebenheiten widerspricht: So ist zwar die Mehrzahl der in Deutschland tätigen Ärzte männlich. In der Krankenpflege überwiegen dagegen weiblich Be- schäftigte [vgl. Statistisches Bundesamt, Statistisches Jahrbuch 2007, Kapitel Gesundheit, Tabelle 9.8.1, S. 253 für das Gesundheitspersonal nach Berufen und Geschlecht im Zeitvergleich]. 2 Unter dem Begriff der Delegation wird im Allgemeinen die angeordnete Übertragung von berufli- chen Tätigkeiten von einer Berufsgruppe auf...

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