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Politik neu denken

Politiktheorie, Politikanalyse und Politische Ethik jenseits von Newton und Descartes- Eine nichtduale Perspektive

Peter Döge

Noch am Beginn des 21. Jahrhunderts orientieren sich Politiktheorie, Politikanalyse und Politische Ethik überwiegend an Gesellschafts- und Politikmodellen, die in den Denktraditionen von Newton und Descartes verhaftet sind. Dies hat unter anderem zur Folge, dass politisches Handeln linear konzipiert, politische Prozesse ohne lebendige Menschen gedacht, der politische Raum außerhalb natürlicher Kreisläufe verortet wird. Das dualistisch-mechanistische Weltbild löst sich jedoch seit Jahren zugunsten einer ganzheitlicheren Weltsicht auf. Vor diesem Hintergrund werden in der Studie Politiktheorie, Politikanalyse und Politische Ethik im Lichte der Befunde von Quantenphysik, Neuro- und Evolutionsbiologie in einem nichtdualen Ansatz neu justiert.

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Wider das Denken in festgefügten Schablonen – ein persönliches Vorwort

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Was Politik ist (Politiktheorie), warum Politik so ist, wie sie ist (Politikanalyse) und wie sie zukunftsfähig gestaltet werden kann (politische Ethik) – diese Fragen treiben mich um, seit ich vor gut 30 Jahren mit meinem Studium der Politikwissenschaft begonnen habe. Dummerweise habe ich mich in den letzten 15 Jahren zur Beantwortung dieser Fragen auf das Gebiet der Geschlechterforschung begeben. Dies hatte zur Folge, dass die vielen publizierten Vorarbeiten zu der vorliegenden Studie, die bisweilen das Wörtchen gender im Titel hatten, auch wenn sie nicht von den Frauen handelten – gar nicht oder nur sehr vorurteils- geladen außerhalb der Geschlechterforschung zur Kenntnis genommen wurden. Ich bereue meinen Schritt in die Geschlechterforschung aber keinesfalls, denn neben zahlreichen wichtigen Erkenntnissen über soziale Dynamiken und soziale Ordnungsmuster sowie über einen grundlegenden Bestimmungsfaktor von Politik, die in dieser Weise nur aus der Analyse der materiellen und symboli- schen Beziehungen zwischen den beiden Sorten menschlicher Wesen resultieren können, meine ich nun auch klar benennen zu können, was typisch deutsche Wissenschaftskultur ist: nämlich die tiefe Sehnsucht nach in sich geschlossenen und sich selbst immer wieder bestätigenden Kategorien- und Denksystemen. Diese Sehnsucht nach Homogenität findet ihren Ausdruck in den Geistes- und Sozialwissenschaften dann in der Hypostasierung dieser Systeme zu dem je- weils einzig richtigen Zugang zur Wahrheit verbunden mit der Zuordnung von Wissenschaftlerinnnen und Wissenschaftlern zu diesen Systemen und deren Exklusion aus entsprechenden Netzwerken, wenn sie es wagen, dieses heilige System in Frage zu stellen. In der Politikwissenschaft trat mir diese Abgeschlossen-...

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