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Symbol Gitarre

Bedeutung und Wandel im kulturellen Gedächtnis Spaniens vom Mittelalter bis zum Ende des "Siglo de Oro</I>

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Rolf Bäcker

Diese Arbeit geht der Bedeutung der Gitarre gerade innerhalb jener Kulturepoche nach, die als in besonderer Weise prägend für die Gitarre angesehen werden kann, nämlich im Spanien des Mittelalters und des Siglo de Oro. Zu diesem Zweck wurden hispanische Texte unterschiedlicher Gattungen und Sprachen auf Hinweise auf die Gitarre und verwandte Saiteninstrumente hin untersucht und anschließend die gefundenen Textstellen auf ihre Bedeutung unter Anwendung semiotischer Methodologie analysiert. Dabei sind Bedeutungszusammenhänge zutage getreten, die das moderne Instrument mit griechisch-römischen und christlichen Anschauungen verbinden, wie sie die Forschung für die Antike und den Bereich des portugiesischen Sprachraums dargestellt hat; andererseits ergeben sich neue Interpretationen, die für ein Verständnis der Gitarre im Spanien der Neuzeit und insbesondere in Lateinamerika unerläßlich sind.

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Vorwort

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Die Motive und Beweggründe für die Durchführung der vorliegenden Arbeit fußen auf jahrelangem Interesse sowohl an der Gitarre als auch an den Menschen des ibe- roromanischen Sprachraumes und ihrer Kultur. Der unmittelbare Auslöser kristalli- sierte sich jedoch erst in den letzten Jahren meines Studiums der Musikwissen- schaft, Romanischen Philologie und der Iberischen und Lateinamerikanischen Ge- schichte an der Universität zu Köln heraus und ist zweierlei Natur. Einerseits er- weckte die enorme Bedeutung der Gitarre und anderer, mit ihr verwandter Zupfin- strumente in fast ganz Lateinamerika meine Aufmerksamkeit; gesteigert wurde die- se zudem noch durch die Einbindung der Instrumente und ihrer Musik in kulturelle, soziale, spirituelle und politische Kontexte, die aus heutiger Sicht zum Teil be- fremdlich und erklärungsbedürftig wirken. Andererseits eröffnete sich mir durch die Teilnahme an zahlreichen Lehrveranstaltungen bei Prof. Dr. Antonio Bispo die Möglichkeit, diese Phänomene als Teil eines bildhaften Systems zu verstehen, in dessen Zentrum sich die altgriechische λύρα und Ορφεύς befinden. Die Bedeutung dieses für die griechische Antike grundlegenden und gut er- forschten Themenkomplexes auch für den christlichen Bereich wurde aus akademi- scher Perspektive erkannt1 und schlägt sich ebenfalls 1977 in der Wahl des Emb- lems der Abteilung für Musikethnologie des Instituts für hymnologische und mu- sikethnologische Studien in Maria Laach und dessen Jahrbuches Musices Aptatio nieder. In den folgenden Jahren wurde dort diese Diskussion mit der Musikkultur des iberisch-lateinamerikanischen Raumes in Verbindung gebracht, wobei zuvor in Brasilien durchgeführte Arbeiten,...

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