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Symbol Gitarre

Bedeutung und Wandel im kulturellen Gedächtnis Spaniens vom Mittelalter bis zum Ende des "Siglo de Oro</I>

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Rolf Bäcker

Diese Arbeit geht der Bedeutung der Gitarre gerade innerhalb jener Kulturepoche nach, die als in besonderer Weise prägend für die Gitarre angesehen werden kann, nämlich im Spanien des Mittelalters und des Siglo de Oro. Zu diesem Zweck wurden hispanische Texte unterschiedlicher Gattungen und Sprachen auf Hinweise auf die Gitarre und verwandte Saiteninstrumente hin untersucht und anschließend die gefundenen Textstellen auf ihre Bedeutung unter Anwendung semiotischer Methodologie analysiert. Dabei sind Bedeutungszusammenhänge zutage getreten, die das moderne Instrument mit griechisch-römischen und christlichen Anschauungen verbinden, wie sie die Forschung für die Antike und den Bereich des portugiesischen Sprachraums dargestellt hat; andererseits ergeben sich neue Interpretationen, die für ein Verständnis der Gitarre im Spanien der Neuzeit und insbesondere in Lateinamerika unerläßlich sind.

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2 Symbol Gitarre: Bedeutung und Wandel im kulturellen Gedächtnis Spaniens vom Mittelalter bis zum Ende des Siglo de Oro

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2.1 Saiteninstrumente und ihre Assoziationen im Mittelalter 2.1.1 Lateinische Quellen in der Vermittlung antiken Wis- sens Obgleich wir eingangs die zeitliche Untergrenze unserer Betrachtungen mit dem Auftauchen volkssprachlicher Texte identifiziert haben, ist es doch unumgänglich, das lateinische Schrifttum zumindest als Hintergrund und Referenzquelle der ro- manischsprachigen Texte mit zu berücksichtigen. Neben den für das mittelalterli- che Musikdenken im allgemeinen wegweisenden Traktaten, etwa des Boethius, sowie anderen für Musikinterpretationen grundlegenden Dokumenten wie der Vul- gata, ist insbesondere auf auf der Iberischen Halbinsel selbst in lateinischer Sprache erstellte Texte hinzuweisen. Unter ihnen nehmen Isidor von Sevilla und seine Ety- mologien (623 n. Chr.) sicherlich eine prominente Stellung ein, nicht nur durch sei- ne Position als letzter Kirchenvater des Westens und wichtiger Vermittler antiken Wissens an das Mittelalter, sondern auch auf seinen in vielen Schriften der Iberi- schen Halbinsel deutlich spürbaren Einfluss. Allerdings sind an seiner Seite noch weitere Autoren zu berücksichtigen, die zwar möglicherweise nicht seinen Einfluss ausübten, jedoch von der Verbreitung bestimmter, Saiteninstrumente betreffender Ideen im lateinischen Schrifttum auf der Iberischen Halbinsel Zeugnis ablegen. Zu ihnen zählen die Apotheosis des Aurelius Prudentius (um 400 n. Chr.), die beiden Ordensregeln des Fructuosus von Braga (um 640 bzw. um 656), das westgotische Carmen de nubentibus (7. Jht.), die Versi domna Leodegundia regina (9./10. Jht.) sowie ein Hymnus für den Sankt-Julians- und Sankt-Basilissa-Tag (10. Jht.), letzte- re drei von anonymer Hand geschrieben. Sicherlich ergäbe eine systematische Er- hebung lateinischsprachiger Texte der Iberischen Halbinsel...

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