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Anlegerschutz bei Zertifikaten

Der Rechtsrahmen bei Emission, Vertrieb und Handel von Zertifikaten im Spiegel anlegergerechter Regulierung

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Alexander Fritzsche

Die Arbeit hat sich eines grundlegenden und hochaktuellen Themas angenommen, das durch die Finanzmarktkrise der Jahre 2008/2009 und den Konkurs der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers eine besondere Brisanz erhalten hat. Durch den seit Ende der neunziger Jahre zunehmenden Vertrieb von Zertifikaten gerade an Endverbraucher ist das Problem eines entsprechenden Anlegerschutzes in den Mittelpunkt der Diskussion getreten. Der Verfasser leistet mit seiner Arbeit einen Beitrag zu dieser Diskussion, indem er den ökonomischen Hintergrund des Phänomens der Zertifikate beleuchtet und sich mit den konzeptionellen Grundlagen einer anlegergerechten Regulierung auseinandersetzt. Im weiteren Verlauf der Bearbeitung analysiert er den bestehenden rechtlichen Rahmen bei Emission und Vertrieb von Zertifikaten. Im Falle der Identifikation von Lücken im Anlegerschutz werden Vorschläge de lege ferenda skizziert.

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5.Teil Anlegerschutz beim Vertrieb von Zertifikaten

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Neben den prospektrechtlichen Informationspflichten des Emittenten ist die zweite tragende Säule des informationellen Anlegerschutzes die Anlagebera- tung. Besonderer Bedeutung im Vergleich zu standardisierten Informations- pflichten kommt der Anlageberatung insoweit zu, als dass zum Zeitpunkt der Anlageberatung bereits eine Individualisierung des potentiellen Zertifikaterwer- bers stattgefunden hat und damit die Möglichkeit besteht, die individuellen Kenntnisse und Erfahrungen des einzelnen Kunden zu berücksichtigen.952 Die Frage, welche Pflichten ein Wertpapierdienstleistungsunternehmen beim Beratungsgespräch über den Verkauf von Zertifikaten an Privatanleger hat, rückte durch die Insolvenz der amerikanischen Investmentbank Lehman Brot- hers in den Blickpunkt der Öffentlichkeit.953 Eine große Anzahl deutscher Pri- vatanleger hatte teilweise ihr gesamtes Kapital in Zertifikate der insolventen In- vestmentbank investiert. Sie mussten unmittelbar nach deren Zusammenbruch erschrocken feststellen, dass trotz etwaiger Kapitalgarantien in den Produktbe- dingungen die erworbenen Zertifikate in den Depotauszügen mit „Null“ bewer- tet wurden. Das Entsetzen war umso größer, da viele der privaten Zertifikatein- vestoren sich der Gefahr eines möglichen Totalverlustes scheinbar nicht bewusst waren. Aus den Reihen von Anlegern und Anlegerschützern wurde schnell Kritik über die nach ihrer Ansicht fehlerhafte Anlageberatung beim Vertrieb der Leh- man-Zertifikate laut. Danach sei beim Vertrieb der Zertifikate nicht ausreichend über das bei solchen Papieren vorhandene Bonitätsrisiko des Emittenten hinge- wiesen worden.954 Vor diesem aktuellen Hintergrund sollen nachfolgend die zivil- und auf- sichtsrechtlichen Anforderungen an die Anlageberatung dargestellt werden und untersucht werden, ob durch diese Vorgaben ein ausreichendes Anlegerschutz- 952 Balzer, ZBB 2007, S. 333, 337; Veil, ZBB 2008, 34, 35....

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