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Visualisierungen des Umbruchs

Strategien und Semantiken von Bildern zum Ende der kommunistischen Herrschaft im östlichen Europa

Edited By Ana Karaminova and Martin Jung

Welche Schwierigkeiten und Möglichkeiten der visuellen Darstellung verbinden sich mit dem Ende der kommunistischen Herrschaft im östlichen Europa? Welche Bilder aus der Umbruchzeit wurden wann und wie zu Ikonen? Wie werden Bilder aus der Umbruchzeit mit künstlerischen Bearbeitungen danach verknüpft? Ausgehend von diesen Leitfragen behandeln die Beiträge dieses Bandes verschiedene Länder und untersuchen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven verschiedenartige Medien(formate), die von Filmen, Musikclips und Presse-Bildern bis zu Kunstwerken und musealen Darstellungen reichen. Damit zeigen die Beiträge die vielfältigen Anknüpfungspunkte des Themas auf und machen den Facettenreichtum der Frage nach «Visualisierungen des Umbruchs» deutlich.

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Wirklichkeit und Fiktion der Bilder. Ana Karaminova

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21 Wirklichkeit und Fiktion der Bilder 1 Ana Karaminova Die große Bedeutung und der Einfluss der Bilder in unserem Jahrhundert stehen seit mehr als zwanzig Jahren im Zentrum der Forschungsinteressen unterschied- licher Disziplinen. In einer Epoche, wo Zeit und Information als große Mächte des menschlichen Alltages fungieren, sind Bilder diejenigen Instrumente, durch die Datenmengen schnell und effektiv transportiert werden (können). In ihrem Doppelcharakter als ästhetische Sinnproduktionen und gesellschaftliche Re- flexionen besitzen sie eine Wirkungskraft auf die menschliche Psychologie und auf den menschlichen Verstand wie kein anderes Medium. Bilder sprechen uns in unserem Alltag an und wir sind meist in der Lage, sie intuitiv zu verstehen. In einem wissenschaftlichen Kontext stellt sich jedoch die Frage, wie das Verhältnis zwischen der vormedialen Wirklichkeit und der medialen, abgebilde- ten Wirklichkeit festzuhalten ist. Diese Frage gewinnt besonders dann an Rele- vanz, wenn es sich um Bilder handelt, die gesellschaftliche Entwicklungen be- ziehungsweise Problemlagen thematisieren. Auf der Suche nach einer methodologischen Herangehensweise, die einen Zugang zur Problematik der Wirklichkeit und Fiktion der Bilder anbietet, werden hier Antworten auf folgende Unterfragen gesucht: • Ist eine scharfe Grenzziehung zwischen Kunstobjekt und realer Lebenswelt notwendig beziehungsweise möglich? Wie wird die Realität als solche in den Kunst- und Medienbildern erkannt? • Welche authentizitätsstiftenden Mechanismen benutzen die Künstler? Wie werden fiktionale mit dokumentarischen Elementen verbunden? • Wozu brauchen wir Kunst, wenn sie (nur) ein Konstrukt der Wirklichkeit dar- stellt? 1 Im Aufsatz wird mit mehreren Begriffen operiert, die im vorgegebenen Rahmen nicht näher...

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