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Visualisierungen des Umbruchs

Strategien und Semantiken von Bildern zum Ende der kommunistischen Herrschaft im östlichen Europa

Edited By Ana Karaminova and Martin Jung

Welche Schwierigkeiten und Möglichkeiten der visuellen Darstellung verbinden sich mit dem Ende der kommunistischen Herrschaft im östlichen Europa? Welche Bilder aus der Umbruchzeit wurden wann und wie zu Ikonen? Wie werden Bilder aus der Umbruchzeit mit künstlerischen Bearbeitungen danach verknüpft? Ausgehend von diesen Leitfragen behandeln die Beiträge dieses Bandes verschiedene Länder und untersuchen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven verschiedenartige Medien(formate), die von Filmen, Musikclips und Presse-Bildern bis zu Kunstwerken und musealen Darstellungen reichen. Damit zeigen die Beiträge die vielfältigen Anknüpfungspunkte des Themas auf und machen den Facettenreichtum der Frage nach «Visualisierungen des Umbruchs» deutlich.

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Visualisierungen und Narrative des Falls der Berliner Mauer im Ländervergleich. Petra Mayrhofer

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69 Visualisierungen und Narrative des Falls der Berliner Mauer im Ländervergleich Petra Mayrhofer Am 9. November 2009 jährte sich der Fall der Berliner Mauer zum zwanzigsten Mal. Dem Jubiläum wurde unter anderem offiziell mit einem „Fest der Freiheit“ in Berlin gedacht. Neben hunderten Besuchern waren Vertreter der 27 Staats- und Regierungschefs der EU, der Alliierten, namentlich der französischen Präsi- dent Nicolas Sarkozy, der russische Präsident Dimitri Medvedev, der britische Premierminister Gordon Brown und die US-amerikanische Außenministerin Hillary Clinton sowie Protagonisten des Systemwechsels, nämlich der ehemalige Vorsitzende der Gewerkschaft Solidarność und Staatspräsident Polens, Lech Wałęsa, der ehemalige ungarische Ministerpräsident Miklós Németh und das letzte Staatsoberhaupt der Sowjetunion, Michail Gorbačёv, sowie die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel vertreten. Visueller Blickfang dieser Ver- anstaltung stellte eine Installation von 1000 buntbemalten Dominosteinen aus Styropor dar, die – in einer Reihe angeordnet – symbolisch den Grenzverlauf der Berliner Mauer vom Potsdamer Platz entlang des Brandenburger Tores bis zum deutschen Bundestag nachstellte. Die Steine wurden – nach Vorbild der auf Westberliner Seite mit Graffiti beschmierten Berliner Mauer1 – weltweit von Kindern und Künstlern mit Zeichnungen zu vergangenen und gegenwärtigen Trennungen aufgrund politischer Konflikte gestaltet. Der erste Dominostein der Reihe verwies mit dem Satz „Es begann in Polen...“ auf die Vorreiterrolle Polens beim Systemwechsel. Im Zuge der Festveranstaltung wurde dieser medienwirk- sam von Lech Wałęsa umgestoßen, ein Dominoeffekt folgte. Als Intention der Jubiläumsfeier benannten die Veranstalter: „Das ‚Fest der Freiheit‘ am 9. November,...

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