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Visualisierungen des Umbruchs

Strategien und Semantiken von Bildern zum Ende der kommunistischen Herrschaft im östlichen Europa

Edited By Ana Karaminova and Martin Jung

Welche Schwierigkeiten und Möglichkeiten der visuellen Darstellung verbinden sich mit dem Ende der kommunistischen Herrschaft im östlichen Europa? Welche Bilder aus der Umbruchzeit wurden wann und wie zu Ikonen? Wie werden Bilder aus der Umbruchzeit mit künstlerischen Bearbeitungen danach verknüpft? Ausgehend von diesen Leitfragen behandeln die Beiträge dieses Bandes verschiedene Länder und untersuchen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven verschiedenartige Medien(formate), die von Filmen, Musikclips und Presse-Bildern bis zu Kunstwerken und musealen Darstellungen reichen. Damit zeigen die Beiträge die vielfältigen Anknüpfungspunkte des Themas auf und machen den Facettenreichtum der Frage nach «Visualisierungen des Umbruchs» deutlich.

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Visualisierung als Vermeidungsstrategie. Die Armee und der Umbruch von 1989 in Rumänien. Martin Jung

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127 Visualisierung als Vermeidungsstrategie. Die Armee und der Umbruch von 1989 in Rumänien Martin Jung Bis heute ist umstritten, welchen Charakter der Umbruch vom Dezember 1989 in Rumänien hatte und wie er adäquat zu bezeichnen ist: War es eine „Revolution“? War der Umbruch das Ergebnis eines „internen“ oder „externen Komplotts“? Oder handelte es sich um eine Mischung aus beidem, um eine Kombination von „Revolution“ und „Komplott“ beziehungsweise „Staatsstreich“?1 Die „Front der Nationalen Rettung“, die sich am 22. Dezember 1989 unmit- telbar nach dem Verlassen Bukarests von Nicolae und Elena Ceauşescu als neue politische Führung des Landes konstituierte, bezog in dieser Frage früh Stellung und verkündete am 25. Dezember 1989: „Die Revolution hat gesiegt.“2 Wie für die Front hinsichtlich ihrer Legitimation hatte die Deutung der Dezember- Ereignisse als „Revolution“ für die Rumänische Armee besondere Relevanz. Diese Relevanz rührte zum einen daher, dass unter den offiziell bezifferten 1.104 Toten und 3.352 Verletzten 260 tote und 545 verletzte Angehörige der Armee waren.3 Zum anderen lag sie darin begründet, dass der Gebrauch von Schusswaf- fen durch Armeeangehörige während der chaotischen Zustände im Dezember 1989 für einen guten Teil der Verletzten und Toten gesorgt hatte. Hinzu kommt, dass die Armee bis zum 22. Dezember 1989 direkt in die Versuche einer gewalt- samen Niederschlagung und Eindämmung der gegen Ceauşescu und den Kom- munismus gerichteten Demonstrationen in Timişoara und Bukarest eingebunden war. Wie sehr die...

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