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Stegreifübersetzen

Überlegungen zu einer Grenzform der Translation am Beispiel des Sprachenpaares Französisch-Deutsch

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Christina Parkin

Bislang wurde das Stegreifübersetzen nur als Randerscheinung wahrgenommen und in der universitären Ausbildung oft stiefmütterlich behandelt. Mit diesem Buch soll Abhilfe geschaffen werden: Die Hybridform wird in ihren Varianten beschrieben, definiert und aus kommunikationstheoretischer sowie kognitionslinguistischer Perspektive mit den anderen Formen der Translation verglichen. Die Gegenüberstellung der Stegreifleistung von Übersetzern und Dolmetschern am Beispiel des Sprachenpaares Französisch-Deutsch gibt Aufschluss über die spezifischen Schwierigkeiten. Es werden die Kompetenzen zusammengestellt, die für eine gelungene Stegreifübersetzung erforderlich sind, und ein didaktischer Leitfaden für den Erwerb der Fertigkeiten entwickelt, die für das Übersetzen und Dolmetschen einen Mehrwert bieten.

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3 Stegreifübersetzen – Variante des Übersetzens oder des Dolmetschens?

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Zur Frage der Klassifizierung des Stegreifübersetzens als Variante des Übersetzens oder des Dolmetschens sind in der Literatur verschiedene Auffassungen zu finden, da es von einzelnen Autoren aufgrund unter- schiedlicher Einzelkriterien wie Mündlichkeit/Schriftlichkeit, Korrigier- barkeit des Translats (Reiß/Vermeer 1991:8) bzw. der Simultaneität des Rezeptions- und Übersetzungsvorgangs entweder dem Dolmetschen („une des variantes élémentaires de l’interprétation simultanée moderne“ - Van Hoof 1962:37) oder dem Übersetzen (Kalina 2004:110) zugeord- net bzw. als Zwischenstufe zwischen dem Übersetzen und Dolmetschen, also als „point de coïncidence entre l’interprétation et la traduction ou bien comme une modalité intermédiaire entres les deux“ (Pratt 1991:597), behandelt wird. Deshalb erscheint es sinnvoll, zuerst wesent- liche Charakteristika des Übersetzens und Dolmetschens zu erläutern, bevor anhand von drei Aspekten eine Einordnung des Phänomens Steg- reifübersetzen in das Spektrum der Translation vorgenommen wird. 3.1 Kriterienkatalog für die Klassifizierung der Varianten Grundsätzlich wird Übersetzen als eine Form der Translation zur Über- tragung eines in einer Sprache A schriftlich vorliegenden Ausgangstextes in einen in einer Sprache Z schriftlich formulierten Zieltextes definiert (González et al. 1991:295). Unter dem Begriff Dolmetschen werden da- gegen die mündlichen Formen des Translationsprozesses zusammengefasst (Anderson 1978:218). Da diese Definition trotz ihrer allgemeinen Verbreitung (Bußmann 42008; Duden-Fremdwörterbuch 72001) nicht ausreichend ist, möchte ich aus diesem grundlegenden Unterschied zwischen der mündlichen di- rekten Kommunikation und dem Abfassen einer schriftlich fixierten Übersetzung eine Reihe von Faktoren ableiten,...

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