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Stegreifübersetzen

Überlegungen zu einer Grenzform der Translation am Beispiel des Sprachenpaares Französisch-Deutsch

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Christina Parkin

Bislang wurde das Stegreifübersetzen nur als Randerscheinung wahrgenommen und in der universitären Ausbildung oft stiefmütterlich behandelt. Mit diesem Buch soll Abhilfe geschaffen werden: Die Hybridform wird in ihren Varianten beschrieben, definiert und aus kommunikationstheoretischer sowie kognitionslinguistischer Perspektive mit den anderen Formen der Translation verglichen. Die Gegenüberstellung der Stegreifleistung von Übersetzern und Dolmetschern am Beispiel des Sprachenpaares Französisch-Deutsch gibt Aufschluss über die spezifischen Schwierigkeiten. Es werden die Kompetenzen zusammengestellt, die für eine gelungene Stegreifübersetzung erforderlich sind, und ein didaktischer Leitfaden für den Erwerb der Fertigkeiten entwickelt, die für das Übersetzen und Dolmetschen einen Mehrwert bieten.

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7 Vermittlung von Stegreifkompetenz an Übersetzer und Dolmetscher

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7.1 Stellenwert der Stegreifkompetenz in der Ausbildung In diesem Kapitel ist keine umfassende Diskussion der didaktischen An- sätze in der Translationswissenschaft oder der Forschung zur Translati- onsdidaktik vorgesehen, sondern es wird unter Berücksichtigung ver- schiedener translationsdidaktischer Ansätze ein Konzept zur Vermittlung einer allgemeinen Stegreifkompetenz vorgestellt, das auf Grundlage der in dieser Arbeit angestellten theoretischen Überlegungen zu den Rah- menbedingungen und dem stegreifspezifischen Kompetenzprofil sowie der aus der empirischen Untersuchung zum Stegreifübersetzen gewon- nenen Erkenntnisse entwickelt wurde. Die Ergebnisse der in Kapitel 5 beschriebenen Versuchsreihe haben aufgezeigt, dass sowohl bei Dolmet- schern als auch bei Übersetzern Bedarf an einer gezielten Vermittlung von Stegreifkompetenz besteht. Dies wird auch von Sylvia Kalina (2004:115) und anderen Autoren bestätigt, die sich mit der Thematik des Stegreifübersetzens befasst haben (Viezzi 1989 a und b; González et al. 1991; Viaggio 1995; Ballardini 1998; Agrifoglio 2004). Dementsprechend sollte das Stegreifübersetzen auch in den Ausbildungsplänen für das Übersetzen und Dolmetschen den ihm zukommenden Platz einnehmen, da diese Form der Translation einerseits für die Berufspraxis der Über- setzer und Dolmetscher relevant ist und andererseits mit der Stegreif- kompetenz Fertigkeiten und translatorische Teilkompetenzen vermittelt werden, die sowohl für das Übersetzen als auch für das Dolmetschen wichtig sind. Pöchhacker (1994a:135) tritt nachdrücklich dafür ein, das Stegreifübersetzen als eigene Kategorie mit eigenen Fertigkeiten zu be- trachten und auch als solche zu unterrichten. Wie in Kapitel 6 erläutert wurde, setzt sich die Stegreifkompetenz aus...

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