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Stegreifübersetzen

Überlegungen zu einer Grenzform der Translation am Beispiel des Sprachenpaares Französisch-Deutsch

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Christina Parkin

Bislang wurde das Stegreifübersetzen nur als Randerscheinung wahrgenommen und in der universitären Ausbildung oft stiefmütterlich behandelt. Mit diesem Buch soll Abhilfe geschaffen werden: Die Hybridform wird in ihren Varianten beschrieben, definiert und aus kommunikationstheoretischer sowie kognitionslinguistischer Perspektive mit den anderen Formen der Translation verglichen. Die Gegenüberstellung der Stegreifleistung von Übersetzern und Dolmetschern am Beispiel des Sprachenpaares Französisch-Deutsch gibt Aufschluss über die spezifischen Schwierigkeiten. Es werden die Kompetenzen zusammengestellt, die für eine gelungene Stegreifübersetzung erforderlich sind, und ein didaktischer Leitfaden für den Erwerb der Fertigkeiten entwickelt, die für das Übersetzen und Dolmetschen einen Mehrwert bieten.

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8 Zusammenfassung und Ausblick

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Bis Ende des letzten Jahrhunderts wurde das Thema Stegreifübersetzen von der Translationswissenschaft als Randphänomen mit unklaren Ver- wandtschaftsbeziehungen zu den anderen Formen der Translation be- trachtet und dementsprechend stiefmütterlich behandelt. Die Beiträge, die sich mittel- oder unmittelbar mit dem Stegreifübersetzen befassen, haben – mit Ausnahme der Arbeit von Jiménez Ivars (1999) – zwar das Stegreifübersetzen unter unterschiedlichen Vorzeichen erwähnt, aber nicht einheitlich definiert. Außerdem fehlte die Bestimmung des Ver- wandtschaftsgrads zwischen dem Stegreifübersetzen einerseits und dem Übersetzen oder dem Dolmetschen andererseits. Es wurden vielmehr unter dem Oberbegriff Stegreifübersetzung ganz unterschiedliche Erschei- nungsformen dieser Variante der Translation auf ihre Eignung als Vektor für den Erwerb bestimmter für das Simultandolmetschen bzw. die Über- setzung schriftlicher Texte erforderlicher Fertigkeiten geprüft oder bei Untersuchungen zum Dolmetschprozess als Vergleichselement herange- zogen. Damit überwog in der Literatur die Frage nach dem didaktischen Nutzen des Stegreifübersetzens für die Prüfung und Vermittlung von Dolmetschkompetenz, während die spezifischen Unterschiede im Pro- zess zwischen dem Dolmetschen und dem Stegreifübersetzen nur von wenigen Autoren erwähnt oder gar analysiert wurden. In den letzten Jah- ren hat sich einiges geändert, wobei sich allerdings mit Ausnahme des Forschungsprojekts der Copenhagen Business School zu Translations- hybriden nach wie vor hauptsächlich Dolmetschwissenschaftler oder Dolmetscher mit der Thematik des Stegreifübersetzens befasst haben. Definition Wenn man das Stegreifübersetzen wie im Titel dieses Buches als Stief- kind oder Störfaktor der Translationswissenschaft betrachtet, dann stellt sich die...

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