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Ich als raumzeitliches Konstrukt

Die Fiktionen vom Leben der estnischen und deutschen Jugendlichen

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Reet Liimets

In dieser Monographie wird Ich als ein raumzeitliches Phänomen bestimmt, indem die Autorin dem Problem Ich im Kontext verschiedener Disziplinen wie Philosophie, Psychologie, Soziologie, Literaturwissenschaft und Semiotik nachgeht. Als Ergebnis der theoretischen Analyse gelangt sie zur Neukonzeptualisierung des Konstrukts Ich. Das Ich wird als eine Einheit der synchronen und diachronen Raumzeiten aufgefasst. Im Lichte des theoretischen Kontextes und auf Grund der Analyse der literarischen Werke werden die Fiktionen vom Leben der Jugendlichen im sowjetischen Estland und in der Deutschen Demokratischen Republik konstruiert. Im Anschluss werden die Lebensfiktionen der Esten und Deutschen verallgemeinernd verglichen und interpretiert.

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2. ÜBER DIE GRENZEN DES LEBENS ALS DER FIKTION UND ÜBER DIE GRENZEN DER ERFORSCHUNG DIESER GRENZEN

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Auf Grund der Ideen des vorigen Kapitels kann man somit schlussfolgern, dass das Leben als Forschungsgegenstand als eine Fiktion zu bestimmen ist. Die Autobiographieforschung kann man folglich als Interpretation der Fiktionen vom Leben auffassen. Unsere weiteren Forschungsziele berücksichtigend werden wir hierbei mit folgenden Fragen konfrontiert: 1.) Welche sind die Dimensionen des Lebens, die man nur als auf gewisse Art und Weise bestimmt erforschen kann, 2.) Welche sind die Grenzen der Definierbarkeit des Lebens, die sich auf keine Weise bestimmen lassen. Auf der Suche nach den Antworten auf diese Fragen gebrauchen wir das Verfahren der Elimination, indem wir auf solche Weise die Subjektivität als sol- che von dem Text als der Semiose abzugrenzen versuchen. Wir suchen somit nach solchen Lebensdimensionen, die keinen Bezug auf Texte haben. Worauf kann man aber, so vorgehend, hoffen? Denn, indem wir zwischen das Leben und die Semiose eine Grenze ziehen, sind wir dennoch $ / Raum. Mit dem Ziehen der Grenze bleibt man ja in der Reichweite des Signifi- kanten, denn man schafft einfach eine neue Semiosphäre. Weil die Grenze als solche doch auch ein semiotischer Raum ist – der Raum, der in zwei Richtungen deutet (Lotman 1999). Auf der Grenze stehend, sind wir folglich immer mit der Semiose als solchen verbunden. Einerseits sind wir auf den Text angewiesen, den wir frei werden wollen. Andererseits suchen wir aber nach neuen heuristischen Perspektiven – nach der Sprache, von der wir erwarten, dass sie uns hilft, die Antworten auf die oben gestellten zwei Fragen zu finden. Und so...

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