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Ich als raumzeitliches Konstrukt

Die Fiktionen vom Leben der estnischen und deutschen Jugendlichen

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Reet Liimets

In dieser Monographie wird Ich als ein raumzeitliches Phänomen bestimmt, indem die Autorin dem Problem Ich im Kontext verschiedener Disziplinen wie Philosophie, Psychologie, Soziologie, Literaturwissenschaft und Semiotik nachgeht. Als Ergebnis der theoretischen Analyse gelangt sie zur Neukonzeptualisierung des Konstrukts Ich. Das Ich wird als eine Einheit der synchronen und diachronen Raumzeiten aufgefasst. Im Lichte des theoretischen Kontextes und auf Grund der Analyse der literarischen Werke werden die Fiktionen vom Leben der Jugendlichen im sowjetischen Estland und in der Deutschen Demokratischen Republik konstruiert. Im Anschluss werden die Lebensfiktionen der Esten und Deutschen verallgemeinernd verglichen und interpretiert.

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4. DER VERGLEICH DER ESTNISCHEN UND DEUTSCHEN LEBENSFIKTIONEN

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Beim Konstruieren der Lebensfiktionen von den estnischen und deutschen Jugendlichen gingen wir von den Hypothesen aus, dass das von uns Behauptete sowohl für den estnischen als auch für den deutschen Kulturraum im gleichen  @  \ ? %* %? drei Topoi als eine semantische Ganzheit zu behandeln, wobei auch die relative Selbständigkeit jedes einzelnen Topos berücksichtigt wurde, sich für die Identi- tätsbildung der Jugendlichen von beiden Ländern als ergiebig erwies. Bei der Interpretation des ersten Topos „Die Nähe ist nahe und die Ferne ist nahe – alles ist nahe“ gingen wir von der Voraussetzung aus, dass es möglich ist, die Jugendgeneration der 1960er Jahre sowohl in Estland als auch in Deutschland als eine haltlose Generation zu bestimmen, weil das Fortbestehen des Gedächtnis- ses als der intersubjektiven Synchronisation und Diachronie in beiden Ländern sozial verhindert wurde. Daraus ergab sich das wichtigste die Identität der Ju- gendlichen dieser Zeitperiode bestimmende Merkmal – das Problem, wie sich © # [ # - hielt. Die achtzehnjährigen Esten distanzierten sich im Allgemeinen von den Er- inner [ # / ={ $@Q rem gegenwärtigen Leben konnten die Jugendlichen mit dem Wissen von der Vergan- genheit einfach nichts anfangen, weil es keine Anknüpfungspunkte zum öffentli- chen Leben im sowjetischen Estland hatte (Unt 1963, S. 54–55). Deswegen wa- ren sie sich ihrer sozialen Zugehörigkeit nicht sicher. Die Jugendlichen waren skeptisch und unsicher. Sie konnten ihre Ideale weder aus dem Wissen der Ver- gangenheit noch aus ihrer gegenwärtigen Gesellschaft finden. So...

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