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Der strafrechtliche Schutz der menschlichen Leibesfrucht nach deutschem und griechischem Recht

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Angeliki Valsamidou

Diese Arbeit soll untersuchen, ob und inwieweit die menschliche Leibesfrucht strafrechtlich vor Einwirkungen geschützt wird, die ihren Tod oder eine körperliche Schädigung intrauterin oder postnatal zur Folge haben. Neben der deutschen Rechtslage werden auch die griechischen strafrechtlichen Normen rechtsvergleichend nachgeforscht, um die Besonderheiten der beiden Rechtssysteme hervorzuheben. Eine abschließende Prüfung des moralischen Status der Leibesfrucht im Lichte der liberalen Strafrechtslehre soll der Beantwortung der Frage dienen, ob die Leibesfrucht überhaupt strafrechtlich schützenswert ist. Das Abwägungsergebnis führt schließlich zu einem Vorschlag de lege ferenda.

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5. Teil: Eine rechtsvergleichende Untersuchung des rechtlichen Status der Leibesfrucht in Deutschland und in Griechenland

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Wie schon festgestellt wurde, lassen die gemeinsame Rechtstradition von Deutschland und Griechenland sowie ihre gemeinsame dogmatische Grundlage eine rechtsvergleichende Untersuchung der Rechtslage betreffs des Schutzes der Leibesfrucht vor schädlichen Einwirkungen besonders fruchtbar erscheinen. In- teressante Schlussfolgerungen können aus der Gegenüberstellung der verschie- denen rechtlichen Bestimmungen gezogen werden, die in Ländern mit einem ähnlichen sozialen wie kulturellen Hintergrund für die Regelung von gleichen Problemen aufgestellt worden sind. Die Rechtsvergleichung und die eventuelle Nachahmung fremder Modelle können zur Verbesserung des nationalen Rechts führen, und zwar durch die selektive Einführung in das innere Rechtssystem einzelner Lösungsmodelle, die ein gemeinsames Problem erfolgreicher regeln.657 Die Pflicht des Gesetzgebers zur Nachbesserung des Rechts durch Beseitigung der bestehenden Mängel und durch „Sicherstellung eines dem Untermaßverbot genügenden Schutzes“ nach „hinreichender Beobachtungszeit“ (Beobachtungs- pflicht), die zur Feststellung eines unwirksamen Schutzes geführt hat, ist außer- dem durch das BVerfG ausdrücklich bestimmt worden658; neben der Durchfüh- rung bzw. der Berücksichtigung von Statistiken und Forschungen ist die Beo- bachtungspflicht des Gesetzgebers auch durch Verfolgung und Bewertung der vergleichbaren Erfahrungen und Regelungen aus dem Ausland zu erfüllen.659 Im folgenden Kapitel werden die einzelnen Regelungen der beiden Rechts- ordnungen einander gegenübergestellt, um in einer zusammen- fassenden Über- sicht ihre Gemeinsamkeiten bzw. Unterschiede festzustellen und sie kritisch zu begründen. Es wird sich um eine Mikrovergleichung handeln, denn gegenüber- gestellt werden nicht zwei Rechtsordnungen als Ganzes (Makrovergleichung), sondern ein spezifisches Rechtsproblem, nämlich der strafrechtliche...

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