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Jedem Tierchen sein Pläsierchen

Phraseme mit Tierbezeichnungen im Komponentenbestand im Vergleich zwischen den Sprachen Deutsch, Französisch und Italienisch

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Marlene Mussner

In Jedem Tierchen sein Pläsierchen werden deutsche, französische und italienische Tierphraseme auf drei verschiedenen Ebenen untersucht. Zunächst werden die aus verschiedensten Quellen gesammelten Phraseme nach formalen und lexikalischen Kriterien geordnet und zahlenmäßig erfasst. In einem zweiten Schritt wird die Bekanntheit von Tierphrasemen exemplarisch untersucht. Dazu werden diesbezügliche Angaben in den Wörterbüchern mit den Trefferquoten bei Google und einer Informantenbefragung verglichen. Schließlich wird anhand einiger Beispiele auf das Thema der interlingualen Äquivalenz von Phrasemen eingegangen.

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II Das Korpus

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II.1 Zur Auswahl des Korpus Wenden wir uns nun der Abgrenzung des Sachgebietes zu: Aufgenommen wer- den sollen alle Phraseme im oben genannten Sinne, die eine Tierbezeichnung enthalten. Dabei enthalten Phraseme meist Tierbezeichnungen auf einer mittleren Abs- traktionsebene, wobei sich die in der Allgemeinsprache verwendeten Tierbe- zeichnungen häufig nicht mit jenen der wissenschaftlichen Taxonomie decken. Manchmal beziehen sich die Tierbezeichnungen auf eine Unterart, z.B. bei Hund, Katze oder Pferd: So ist der Hund (Canis lupus familiaris) eine Unterart des Wolfes (Canis lupus), die Hauskatze (Felis silvestris catus), die wir meinen, wenn wir von einer Katze im Allgemeinen sprechen, eine Unterart der Wildkat- ze (Felis silvestris) und das Hauspferd (Equus ferus caballus), auf das wir uns im Allgemeinen mit der Bezeichnung Pferd beziehen, eine Unterart bzw. die domestizierte Form des Wildpferdes (Equus ferus). In unserer Wahrnehmung liegt der Vogel nur wenig über dieser Abstraktionsebene, auch wenn taxono- misch Vögel (Aves) eine Klasse bilden, also um mehrere Stufen höher stehen als Arten oder gar Unterarten. Dies liegt daran, wie prominent bestimmte Eigen- schaften der Tiere für unsere Wahrnehmung sind; davon abhängig sind sie in der Allgemeinsprache mit einem eigenen Namen vertreten bzw. in unserem Be- wusstsein präsent. So sind in der Alltagswahrnehmung eine Tierbezeichnung wie Pudel, also einer Hunderasse, und eine Tierbezeichnung wie Spatz, also ei- ner Vogelart (gemeint ist der in Europa verbreitete Hausspatz, passer domesti- cus) in etwa auf derselben Abstraktionsebene angesiedelt. Es besteht also manchmal eine Hyperonymie-Hyponymie-Relation zwischen den Tierbezeichnungen in den Redewendungen:...

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