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Schiller

Ethik, Politik und Nemesis im Drama

Wolfgang Wittkowski and Stephanie Kufner

Die in diesem Buch gesammelten neuen und überarbeiteten Interpretationen aller großen Dramen Schillers nach den Räubern akzentuieren die Moralpsychologie der Charaktere und die Rolle der Nemesis. Zentrum ist Schillers Demontage des Ideologen Marquis Posa. Den Anstoß schon zur ersten Fassung des Kapitels gab die damalige Studentin Stephanie Kufner. Sie kommt in Auseinandersetzung mit der hier besonders engagierten Forschung zu Wort sowie mit Seminarreferaten zu Fiesko und Kabale und Liebe. Sie klärt die Moralpsychologie der Charaktere und das anvisierte Regenten-Ideal. Im Gegensatz zu dessen Milde stattet die meist übersehene Nemesis ihre Werkzeuge mit einem Tätertum aus, das man etwa an Maria Stuart bemängelt und bei Tell sogar ersetzt durch unangebrachtes Schuldgefühl wegen des Tyrannenmordes statt wegen des dafür notwendigen Schusses auf das Kind.

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Vorwort

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Wie die vorangegangenen Bände meiner Reihe Über deutsche Dichtungen enthält der vorliegende meine überarbeiteten Artikel zu einem Autor oder Thema, diesmal zu Schillers klassischen Dra- men. Abermals danke ich meiner Frau und Kollegin Dr. Charlotte Körner für die diesmal sehr schwierige Erstellung des Typoskripts, was auch nicht abging ohne Debatten zur Auswahl der Kapitel, sowie besonders Frau Sandra Hawrylchak für rettende Hilfe, ohne die wir Alten es nicht mehr geschafft hätten. Nicht alle meine Schiller-Studien sind aufgenommen. Wiederho- lungen ließen sich trotzdem nicht vermeiden. Zu ihnen zähle ich weniger die drei Wallenstein-Abhandlungen. Zusammen ergeben sie eine Art Forschungs-Lesebuch zum Thema. Und statt der ge- planten Beschränkung auf die klassische Dramatik kam es zur Er- weiterung um Vorläufer aus Schillers Sturm- und Drang-Zeit. Meine Ausführlichkeit, die ich gern ausgebe als Gründlich- und Genauigkeit, plagte mich außer bei Octavio Piccolomini und Wal- lenstein erneut und schier endlos bei Marquis Posa. Das hat seine Gründe. Bei jenen sträubte man sich gegen meine, bei diesem auch gegen Frau Kufners eingehende Argumente, fast gänzlich ohne auf sie einzugehen. Das handhaben wir in diesem Buche anders. Die staatliche Lenkung menschlicher Geschicke hat immer auch zu tun mit Ethik und zumal dem Ethos von Regenten und Politi- kern. Diese Figuren und den Schützen bei Schiller zu verkennen, wie es, als die hier aufgenommenen Arbeiten entstanden, weithin die Regel war und m.W. durchaus nicht überstanden ist – unver- kennbar Überhänge der...

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