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Mündliche Sprachkompetenzen deutschsprachiger Lerner des Englischen

Entwicklung eines Kompetenzmodells zur Leistungsheterogenität

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Urska Grum

Die Arbeit wurde mit dem Tiburtius-Anerkennungspreis der Landeskonferenz der Rektoren und Präsidenten der Berliner Hochschulen (LKRP) ausgezeichnet.
Wie lässt sich mündliche Sprachfähigkeit messen? Obwohl das Überprüfen und Evaluieren von Schule, Unterricht und Schülerleistungen seit PISA im Fokus des nationalen Interesses steht, gibt es bisher kaum empirische Untersuchungen zur Fähigkeit des spontanen freien Sprechens von Fremdsprachenlernern. Die Autorin ist in ihrer Forschungsarbeit der Frage nachgegangen, welches sprachproduktive Leistungsspektrum von Lernern der ausgehenden Sekundarstufe I erreicht werden kann. Aus ihren Erkenntnissen entwickelt sie heuristische, objektive, sachbezogene Vergleichsnormen ( benchmarks) und ein empirisch validiertes, kriteriales Bewertungsschema für die spontan-mündliche englische Sprachfähigkeit auf unterschiedlichen Kompetenzniveaus. Der Schwerpunkt der Forschungsarbeit liegt auf der explorativen Entwicklung adäquater Methoden und Indikatoren zur objektiven Messung mündlicher Sprachkompetenzen von Fremdsprachenlernern.

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1. Einleitung

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Seit nunmehr einer Dekade sorgt die Abkehr von der Input- hin zur Outputorien- tierung für einen fortwährenden Reformprozess in Bildungspraxis, -forschung und -politik. Auslöser für den Paradigmenwechsel waren Studien wie PISA (Program for International Student Assessment) oder DESI (Deutsch-Englisch- Schülerleistungen-International) sowie die Veröffentlichung des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens (GER) als zentrales sprachenpolitisches Schlüs- seldokument Europas, das in Deutschland die Einführung nationaler Bildungs- standards, des Mittleren Schulabschlusses (MSA) sowie die Gründung des Insti- tuts für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) nach sich zog. Die resul- tierende Fokussierung auf Kompetenzen und die Einführung von Standards hat eine fundamentale Neuorientierung zur Folge. Um der Outputorientierung ge- recht werden und adäquate Anwendung im Bildungswesen finden zu können, bedarf es der Entwicklung und Präzisierung theoretisch fundierter Konzepte zur Struktur und Progression von Kompetenzen, die in psychometrische Modelle umgesetzt und über empirische Messverfahren validiert werden müssen. Für die Domäne der Fremdsprachenforschung und -didaktik ergibt sich daraus die Not- wendigkeit der Bestimmung distinktiver Niveaus fremdsprachlicher Kompeten- zen, die sich mithilfe eindeutiger Deskriptoren und spezifischer Aufgaben be- schreiben und überprüfen lassen. Zudem stellt sich die Frage, auf Basis welcher konkreter Inhalte und Themen diese Kompetenzen ausgebildet und überprüft werden sollten. Es besteht also erheblicher Forschungsbedarf (vgl. Caspari u.a. 2008), zu dessen Klärung die hier vorgelegte empirische Studie beitragen möch- te. Obwohl bereits in den 1970er Jahren eine kommunikative Wende in der Fremdsprachendidaktik vollzogen und die Notwendigkeit einer...

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