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Integration von externer und interner Unternehmensrechnung

Eine ökonomische Analyse

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Christoph Pelger

Kapitalmarktorientierte Unternehmen im deutschsprachigen Raum haben seit den 1990er Jahren die Zusammenführung von externer und interner Unternehmensrechnung forciert. Zentral für die Möglichkeit und Stabilität einer integrierten Unternehmensrechnung ist, dass die informationsorientierte externe Rechnungslegung den Zweck der Anreiznützlichkeit (Stewardship) erfüllt. Im neuen Framework der Standardsetzer IASB und FASB wird jedoch die Bewertungsnützlichkeit als singulärer Rechnungslegungszweck definiert. Der Autor analysiert in einer Tiefenfallstudie den korrespondierenden Entscheidungsprozess der Standardsetzer. Im Anschluss wird unter Rückgriff auf die Agency-Theorie die Beziehung zwischen den Zwecken der Bewertungs- und Anreiznützlichkeit modelltheoretisch untersucht.

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1. Einleitung

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1.1 Problemstellung Rudimentäre Buchführungstechniken ermöglichten in den ersten geschlossenen menschlichen Siedlungen im Vorderen Orient das stabile Zusammenleben und den wirtschaftlichen Austausch einer größeren Anzahl von sesshaften Individuen.2 Der in den italienischen Handelsstädten des Mittelalters erwachsenen doppelten Buchführung – „eine[r] der schönsten Erfindungen des menschlichen Geistes“3 – als Fortentwick- lung klassischer Aufzeichnungstechniken wird von Wirtschaftshistorikern zuerkannt, die Entstehung des Kapitalismus befördert, wenn nicht gar erst ermöglicht zu haben.4 Die Entwicklung des Rechnungswesens5 und seiner Vorläufer ist daher eng mit ein- schneidenden Wegmarken menschlichen Fortschritts verbunden. Techniken, effiziente Standards und Normen im Sinne einer Best Practice haben sich in der Geschichte evolutionär entwickelt und wurden von den handelnden Akteuren jeweils auf den vorliegenden Umweltkontext abgestimmt. Ab Mitte des 19. Jahrhun- derts kam es dabei zu einer bemerkenswerten Neuerung: Das Rechnungswesen wurde in eine interne und eine externe Sphäre gespalten. Ursächlich hierfür war das zuneh- mende Auseinanderfallen der Informationsansprüche von Unternehmensleitung und anderen (unternehmensexternen) Gruppen wie Kapitalgebern oder dem Staat zur Be- messung der Steuerlast.6 Nicht nur in Detailtiefe und Häufigkeit der Aufbereitung la- gen die Unterschiede begründet, sondern auch in materiell abweichenden Ansatz- und Bewertungsvorstellungen.7 Je enger das Netz externer Regulierung gezogen wurde und je ausgiebiger der Bedarf an steuerungsrelevanten Informationen unternehmensintern anwuchs – womit zwei Entwicklungen angesprochen sind, die in der Industrialisierung mit zunehmender Unternehmensgröße und dem dieser inhärenten ansteigenden Kapi- talbedarf unter Hinzuziehung (weiterer) externer Kapitalgeber simultan abliefen –, 1 Ijiri (1983), S....

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