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Die ökonomische Dimension der Inneren Sicherheit

Effiziente Kriminalitätsbekämpfung unter besonderer Berücksichtigung der potenziellen Opfer

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Jürg Weißgerber

Die Gewährleistung der Inneren Sicherheit gilt als zentrale Legitimationsgrundlage für staatliches Handeln. Trotz hoher öffentlicher und privater Ausgaben ist eine systematische Behandlung durch die Ökonomie bisher nicht erfolgt. Diese Arbeit leistet einen Beitrag, um diese Lücke zu schließen. Ausgehend von einer ökonomischen Fundierung des Begriffs der Inneren Sicherheit wird die Rolle des Staates bei der Gewährleistung der Inneren Sicherheit betrachtet. Auf der Grundlage des Entscheidungsmodells potenzieller Straftäter werden Erkenntnisse für eine effiziente Kriminalitätsbekämpfung gewonnen. Als Kern der Arbeit wird die Nachfrage der potenziellen Opfer nach Sicherheitsleistungen modelliert. Die einzelnen Ansätze werden in einem Gesamtmodell der Inneren Sicherheit zusammengeführt.

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4 Die Perspektive der Straftäter

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Innere Sicherheit dient dem Schutz der Individuen vor Kriminalität. Um geeig- nete Abschreckungsmaßnahmen gegen diese Bedrohung zu identifizieren, ist es notwendig, das Entscheidungskalkül eines potenziellen Straftäters zu analysie- ren. Aus ökonomischer Sicht wird dabei die Vorstellung eines rationalen Täters zugrunde gelegt, der in der Lage ist, Kosten und Nutzen seines Handelns zu er- fassen. In Abschnitt 4.1 werden verschiedene Modelle präsentiert, die kriminel- les Verhalten erklären. Die unterschiedlichen theoretischen Ansätze sind in einer Vielzahl empirischer Studien überprüft worden. Deren methodische Probleme sowie zentrale Schätzergebnisse werden in Abschnitt 4.2 diskutiert. Auf der Ba- sis der theoretischen und empirischen Erkenntnisse werden schließlich Aussagen über ein effizientes staatliches Abschreckungssystem hergeleitet, bei dem die Minimierung der volkswirtschaftlichen Kosten durch Kriminalität angestrebt wird (Abschnitt 4.3). 4.1 Kriminelles Verhaltensmodell und Abschreckungsmöglichkeiten Die ökonomische Modellierung kriminellen Verhaltens geht in ihrer modernen Version auf die Arbeit von Becker (1968) zurück. Jedoch haben bereits mehr als 150 Jahre zuvor Beccaria (1966 [1764]) und Bentham (1982 [1780]) ökonomi- sche Theorien für die Erklärung kriminellen Handelns entwickelt. Im Folgenden wird ein Überblick über die seit Beckers Arbeit vorherrschenden Ansätze gege- ben. Dabei steht die Identifizierung möglicher Ansatzpunkte zur wirksamen Ab- schreckung Krimineller im Vordergrund. Zunächst werden der Erwartungsnut- zenansatz (4.1.1) sowie der Zeitallokationsansatz (4.1.2) als zentrale Theorien der „Ökonomik der Kriminalität“ dargestellt. Diese stellen insbesondere die Be- strafungswahrscheinlichkeit und die Strafhöhe als relevante Abschreckungsvari- ablen in den Mittelpunkt ihrer Betrachtung....

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