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Literatur und die anderen Medien

Romanistik in Freiburg – eine Zwischenbilanz

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Walter Bruno Berg, Frank Reiser and Chiara Polverini

Auch die Literatur ist ein Medium, eines unter anderen Medien. Ausgehend von der für die Wahrnehmung unserer Kultur entscheidenden Feststellung der sogenannten «Medien-Konkurrenz» kommt dieser Freiburger Tagungsband in seinen Beiträgen zu vielfältigen Perspektiven. Vorrangig ist das Interesse an den anderen Medien, von den traditionellen Medien – der Grafik, der Presse, dem Film oder Comic – bis hin zum Theater, zur TV-Liveberichterstattung, zur Musik oder zu Rap und Slam, sowie zu guter Letzt zur schieren Unendlichkeit der Intertexte, wie sie das kulturelle Gedächtnis in den Filmen Almodóvars, im lateinamerikanischen Gegenwartsroman oder in der Prosa Claude Simons bereit hält. Angesichts der Breite der Fallstudien über die drei romanistischen ‘Kernfächer’ hinweg erweist sich insbesondere die Frage nach der Methodik bei der Auseinandersetzung mit Literatur im medialen Umfeld als roter Faden dieses Bandes.

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INTERMEDIALITÄT

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Intermedialität und Gedächtnis bei Claude Simon Thomas Klinkert Zusammenfassung: In Claude Simons Romanen werden Gedächtnis und Erinnerung – einerseits in in- dividueller, andererseits in überindividueller Form – auf der Ebene der Darstel- lungsformen problematisiert, indem intermediale Bezüge hergestellt und dazu funktionalisiert werden, dass die auf der Handlungsebene häufig zur Supplementie- rung des Gedächtnisses verwendeten (pikturalen) Medien die Selbstbezüglichkeit der Texte unterstreichen. Wie Simon in „La fiction mot à mot“ ausführt, dient sei- ner anti-mimetischen Poetik die Malerei als Modell, weil sie früher als die Litera- tur eine am Material orientierte, auf „qualitativen“ Relationen beruhende Ästhetik entwickelt habe. Ausgehend von diesen Überlegungen wird anhand von zwei Bei- spielen aus La bataille de Pharsale (dem „Lexique“-Eintrag „César“ und dem Mac Cormick-Mähdrescher) demonstriert, mit welchem Facettenreichtum in Simons narrativer Praxis der Zusammenhang von Intermedialität und Gedächtnis vorge- führt wird und welche poetologischen Schlussfolgerungen sich daraus ergeben. Summary: In Claude Simon’s novels memory – both in individual and in transindividual form – is problematized on the level of writing techniques, insofar as intermedial relationships cause (pictorial) media – which on the level of narrative action often serve to supplement memory – to underscore the autoreflexivity of the texts. As Simon shows in “La fiction mot à mot”, the art of painting serves as a model for his anti-mimetic poetics, since painting, earlier than literature, developed an esthe- tics taking into account the material and based on “qualitative” relationships. On the basis of these reflections, two examples from...

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