Show Less

Der Einfluss interner und externer Faktoren auf die Effektivität der Kronzeugenprogramme der EU-Kommission und des Bundeskartellamtes

Series:

Gregor Schroll

Kartellrechtliche Kronzeugenregelungen stellen eines der effektivsten Instrumente der Kartellbehörden bei der Bekämpfung von Kartellen dar. Derartige Programme ermöglichen einen vollständigen bzw. teilweisen Sanktionsverzicht zu Gunsten aufklärungsbereiter Kartellanten und bieten auf diese Weise einen Anreiz zur Offenbarung und Kooperation mit den Wettbewerbsbehörden. Die Effektivität einer Kronzeugenregelung wird dabei von einer großen Zahl unterschiedlicher Einflussfaktoren bestimmt. Die Arbeit verfolgt vor diesem Hintergrund das Ziel, die Kronzeugenregelungen der EU-Kommission und des Bundeskartellamtes auf die Effektivität ihrer Ausgestaltung (interne Faktoren) sowie auf etwaige Beeinträchtigungen durch negative Auswirkungen der jeweiligen rechtlichen Rahmenbedingungen (externe Faktoren) hin zu untersuchen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Fazit

Extract

Ein weitreichendes Spektrum interner und externer Faktoren beeinflusst auf vielfältige Weise die Effektivität kartellrechtlicher Kronzeugenregelungen. Viele der unterschiedlichen Einflussfaktoren stehen dabei in enger Abhängigkeit zuein- ander. Vor diesem Hintergrund bestand das Ziel der vorliegenden Arbeit in der systematischen Darstellung, Analyse und Bewertung der konkreten Auswirkun- gen dieser Faktoren auf die Effektivität der Kronzeugenprogramme der EU- Kommission sowie des BKartA. Die Bewertung des Einflusses interner Faktoren, d.h. der individuellen Ausge- staltung der unterschiedlichen Regelungen durch die Kartellbehörden führte zu einem ambivalenten Ergebnis. Auf der einen Seite lassen sich konstruktive und durchaus effektivitätssteigernde Veränderungen bei der Installation der jüngsten Kronzeugenregelungen konstatieren. Offensichtlich hat an dieser Stelle die lang- jährige Erfahrung sowohl der EU-Kommission als auch des BKartA im Umgang mit Kartellen zu einer positiven Entwicklung beigetragen. Andererseits lassen sich trotz dieser dem Grunde nach zu begrüßenden Entwicklung auch im Rahmen der jüngsten Initiativen zahlreiche Aspekte identifizieren, die sich negativ auf die Transparenz der Regelungen sowie die Kalkulierbarkeit ihrer potenziellen Konse- quenzen auswirken und die teilweise bereits in der Vergangenheit auf umfangreiche Kritik in Literatur und Praxis gestoßen sind. Diese Aspekte lassen in ihrer Summe eine Beeinträchtigung der Effektivität der Regelungen befürchten und wirken sich damit kontraproduktiv auf die Zielsetzung der Wettbewerbsbehörden aus, die Ko- operationen mit aufklärungsbereiten Kartellanten quantitativ zu steigern. Diese Entwicklung ist insbesondere deswegen bedauerlich, weil interne Faktoren den Vorzug beinhalten, dass sie unmittelbar der Verfügungsgewalt der Wettbewerbs- behörden unterliegen....

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.