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Wertorientierte Planung und Steuerung anhand des Residualgewinnkonzepts

Eine Analyse in Abhängigkeit vom zu Grunde liegenden Rechnungslegungssystem

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Marco Kreutzer

Im Rahmen der wertorientierten Steuerung nimmt das Residualgewinnkonzept – häufig in Form des Economic Value Added – in Theorie und Praxis eine herausragende Stellung ein. Die besondere Eignung dieses Instruments wird nicht selten mit den in der Literatur vorgeschlagenen Modifikationen der Gewinn- und Vermögensbasis begründet. Letztere werden in der Unternehmenspraxis jedoch i.d.R. höchstens unvollständig durchgeführt. Vor diesem Hintergrund wird in dieser Arbeit untersucht, welche Aussagekraft und Anreizwirkungen von einem Residualgewinn ausgehen, der auf den Rohdaten einer Rechnungslegung nach IFRS bzw. HGB basiert. Die Analyse erfolgt getrennt nach den Anwendungsbereichen der wertorientierten Planung, Performancemessung und Managemententlohnung, wobei letztere aus der Perspektive der Zielkongruenz betrachtet wird.

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3 Konzeption, Anwendungsbereiche und Beurteilungskriterien des Residualgewinnkonzepts

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35 3 Konzeption, Anwendungsbereiche und Beurteilungskriterien des Resi- dualgewinnkonzepts 3.1 Konzeption des Residualgewinns 3.1.1 Konkretisierung der Komponenten des Residualgewinns Der Residualgewinn repräsentiert einen nach Abzug von Kapitalkosten verblei- benden Übergewinn.166 In der Folge wird unter dem Begriff Residualgewinn stets die anschaffungskostenbasierte Variante des Residualgewinnkonzepts ver- standen. Die in Theorie und Praxis meist verbreitete Operationalisierung dieses Konzepts stellt der EVA™ von Stern Stewart dar.167 Grundsätzlich basiert die Ermittlung eines solchen Residualgewinns – unabhän- gig von seiner spezifischen Ausprägung – stets auf drei Kernkomponenten: einer Gewinngröße (G), einer definierten Kapitalbasis (V), die in der Folge als inves- tiertes Kapital bezeichnet wird sowie einem Kapitalkostensatz (i).168 Dieser Ka- pitalkostensatz wird mit dem investierten Kapital der Vorperiode multipliziert und von der Gewinngröße subtrahiert, um zum Residualgewinn (RG) zu gelan- gen. Der zur Berechnung verwendete Periodengewinn kann entweder eine Vor- oder Nachsteuergröße darstellen. Während das EVA-Originalkonzept von Stern Ste- wart den Net Operating Profit After Taxes (NOPAT) als Ausgangsgröße zur EVA-Ermittlung vorsieht, findet in der Praxis nicht selten eine Vorsteuergröße wie beispielsweise der Earnings Before Interest and Taxes (EBIT) Anwen- dung.169 Letzterer bildet ebenfalls die Basis für die NOPAT-Ermittlung, falls ei- ne Nachsteuergröße präferiert wird.170 Der EBIT wird dann steuerbereinigt in dem Sinne, dass alle Ertragssteuern, die unter Fiktion der vollständigen Eigenfi- nanzierung anfallen würden, subtrahiert werden.171 166 Vgl. Laux (1999) S. 146. 167 Vgl. Homburg / Toksal / Gödde (2004) S. 9, vgl. auch Fischer (2002) S. 164, vgl....

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