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Imaginationen der inneren Welt

Theologische, psychologische und ästhetische Reflexionen zur spirituellen Dimension der Kunst

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Edited By Wilhelm Gräb and Jérôme Cottin

Die zeitgenössische Kunst ermöglicht religiöse Erfahrung. So ist zu beobachten, dass die Kirchen ihre Räume dem künstlerischen Schaffen der Gegenwart öffnen. Sie integrieren die ästhetische Ausdruckskultur unserer Zeit in den religiösen Raum wie auch in die gottesdienstliche Feier und gestalten sie auf diese Weise um. Die Beiträge dieses Bandes reflektieren diese dialektische Bewegung. Sie leisten damit einen theoretischen Beitrag zur Praxis einer neuen Religionsästhetik, in der die spirituelle Dimension der Kunst ebenso Anerkennung finden soll wie die ästhetische Dimension der Religion.

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Anne M. Steinmeier: Die Rolle des Bildes bei der Konstruktion der Persönlichkeit. Kunst als Sorge für die Seele

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Die Rolle des Bildes bei der Konstruktion der Persönlichkeit Kunst als Sorge für die Seele1 Anne M. Steinmeier, Halle/Saale Kunst erhebt Anspruch auf Autonomie. Sie folgt allein ihren eigenen Regeln, ihrer eigenen Sprache und verweigert sich „jeder Indienstnahme zu fremden Zwecken“.2 Über Kunst als Sorge für die Seele nachzudenken, bedeutet danach zu fra- gen, inwiefern gerade in dieser nicht verfügbaren und nicht zu verzweckenden Eigensprachlichkeit die konstitutive Bedeutung der Kunst für die Seelsorge lie- gen kann. Das aber fordert zunächst grundsätzlich zu fragen: Was ist Kunst? Was ist künstlerische Erfahrung? In Konsequenz der Einsicht Friedrich Schleiermachers, dass „(e)inzig der unwillkürliche Gefühlsausdruck und – in bewusster und vollkommener Form – die Kunst (…) geeignet (sind), die Inhalte des Gefühlsbewusstseins (also auch den im religiösen Gefühl gesetzten Inhalt absoluten Gegründetseins) in genuiner Weise zu äußern und damit zur perzipierbaren Darstellung zu bringen“,3 und zugleich in genuiner Weiterschreibung dieser Einsicht aus der produktiven Er- fahrung als Künstler hat Thomas Lehnerer die Kunst als die „Methode und Pro- duktionsform freien Empfindens“4 gewürdigt. Eines Empfindens, das nach Leh- nerer „vielleicht“ auch als ein „Empfinden aus Gott“5 bezeichnet werden kann. In der Logik des freien Spiels, im Zusammenspiel innerer und äußerer Faktoren und Kräfte, in der Schönheit dessen, was nur glücken kann, zählt nur, ob „ein Werk in die Welt entlassen wurde, das lebt“, das also für uns, „die wir es...

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