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Imaginationen der inneren Welt

Theologische, psychologische und ästhetische Reflexionen zur spirituellen Dimension der Kunst

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Edited By Wilhelm Gräb and Jérôme Cottin

Die zeitgenössische Kunst ermöglicht religiöse Erfahrung. So ist zu beobachten, dass die Kirchen ihre Räume dem künstlerischen Schaffen der Gegenwart öffnen. Sie integrieren die ästhetische Ausdruckskultur unserer Zeit in den religiösen Raum wie auch in die gottesdienstliche Feier und gestalten sie auf diese Weise um. Die Beiträge dieses Bandes reflektieren diese dialektische Bewegung. Sie leisten damit einen theoretischen Beitrag zur Praxis einer neuen Religionsästhetik, in der die spirituelle Dimension der Kunst ebenso Anerkennung finden soll wie die ästhetische Dimension der Religion.

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Jérôme Cottin: Die Aufnahme der visuellen Dimension in der biblischen Hermeneutik am Beispiel von Paul Beauchamp und Paul Ricoeur

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Die Aufnahme der visuellen Dimension in der biblischen Hermeneutik am Beispiel von Paul Beauchamp und Paul Ricoeur Jérôme Cottin, Strasbourg Wer nach einer Beziehung zwischen der Bibel und Bildern unserer Zeit sucht, wird auf den ersten Blick schnell an Grenzen stoßen. In der Bibel ist von Bildern nur in negativer Weise die Rede. Das biblische Verbot von durch Menschenhand hergestellten Bildern und sichtbaren Gegen- ständen ist umfassend. Auch im Neuen Testament wird dieses Verbot nicht auf- gehoben, sondern vielmehr bestätigt.1 In der Offenbarung des Johannes taucht das Wort eikon (Bild) immer nur als negatives Beispiel auf.2 Bild und Götzen- bild können in der Bibel gewissermaßen als Synonyme verstanden werden. Wenn man intensiv danach sucht, so wird man allerdings auch Hinweise auf das, was wir heute als Kunst bezeichnen, das heißt nicht als Götzen angebetete Bil- der, finden. So lesen wir im zweiten Buch Mose, Exodus, sogar von einem Künstler („Kunsthandwerker“ in der Lutherbibel), Bezalel, von dem es heißt, dass er zu seiner kunstreichen Arbeit mit dem Geist Gottes erfüllt sei.3 Aber die- se Erwähnungen stehen so am Rande, dass dadurch nichts an der allgemeinen Aussage geändert wird, wonach Bilder in der Bibel abgelehnt werden und an Kunst kein Interesse besteht. Wenn man nun die Perspektive wechselt und die Frage nicht mehr aus der Sicht der Welt der Bibel, sondern aus der unserer Welt stellt, dann bestätigt sich die soeben gemachte Beobachtung. Die überwiegende Mehrzahl...

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