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Die Entwicklung des Spannungsverhältnisses von Freiheit und Gleichheit im deutschen Zivilrecht seit der Französischen Revolution

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Po-Feng Chou

Seit der Französischen Revolution werden Freiheit und Gleichheit als die wichtigsten Prinzipien des Zivilrechts angesehen. Die Beziehung von Freiheit und Gleichheit ist jedoch aufgrund des bestehenden Spannungsverhältnisses problematisch. Im Zentrum dieser Arbeit steht die Frage, wie das Zivilrecht in der historischen Entwicklung mit dem Spannungsverhältnis von Freiheit und Gleichheit umgeht. Es soll veranschaulicht werden, dass die Entwicklung des Spannungsverhältnisses mit der Suche nach einer besseren Lebensform verbunden ist und dass diese Suche eine treibende Kraft bei der Fortentwicklung des Rechts ist.

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1.Teil: Einleitung

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A. Problematik I. Das komplizierte Verhältnis zwischen Freiheit und Gleichheit im Recht 1. Freiheit und Gleichheit des Menschen als grundlegende Wertentscheidung des Rechts seit der Französischen Revolution In den Naturrechtslehren des 17. und 18. Jahrhunderts wurden Freiheit und Gleichheit des Menschen erwähnt und diskutiert1. Aber es ist zu bemerken, dass sich diese Diskussionen auf die Frage nach dem Zweck des Staats und die Frage nach der Stellung des Einzelnen im Staat beschränkten und meistens darauf ab- zielten, gerade die Beschränkung der natürlichen Freiheit und Gleichheit der Menschen – libertas und aequalitas – zu bestimmen2. Im ursprünglichen Natur- zustand sind die Menschen frei und gleich, aber es gibt im Naturzustand keine Ordnung, weshalb die im Naturzustand freien und gleichen Menschen in eine gut geordnete bürgerliche Gesellschaft eintreten müssen, um die Probleme der ord- nunglosen Situation des Naturzustands aufzulösen. Hierbei ist zu beachten, dass Freiheit und Gleichheit der Menschen nicht in jeder Naturrechtslehre vorausset- zungsfrei in der bürgerlichen Gesellschaft fortgesetzt werden3. Nach einigen Naturrechtslehren, die besonders mit dem aufgeklärten Absolutismus zusam- menhängen, kann die gut geordnete bürgerliche Gesellschaft eine auf der ständi- schen Ordnung beruhende Gesellschaft bedeuten, und Freiheit und Gleichheit 1 Vgl. Kleinheyer, Grundrechte – zur Geschichte eines Begriffs, S. 11ff. 2 Vgl. Kleinheyer, Fn. 1, S. 11. 3 Hierfür ist die Lehre von Thomas Hobbes ein klares Beispiel. Obwohl Hobbes von der gleichen Freiheit aller im Naturzustand ausgeht, muss aber diese Freiheit im Staat dem Staatszweck der...

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