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Die Entwicklung des Spannungsverhältnisses von Freiheit und Gleichheit im deutschen Zivilrecht seit der Französischen Revolution

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Po-Feng Chou

Seit der Französischen Revolution werden Freiheit und Gleichheit als die wichtigsten Prinzipien des Zivilrechts angesehen. Die Beziehung von Freiheit und Gleichheit ist jedoch aufgrund des bestehenden Spannungsverhältnisses problematisch. Im Zentrum dieser Arbeit steht die Frage, wie das Zivilrecht in der historischen Entwicklung mit dem Spannungsverhältnis von Freiheit und Gleichheit umgeht. Es soll veranschaulicht werden, dass die Entwicklung des Spannungsverhältnisses mit der Suche nach einer besseren Lebensform verbunden ist und dass diese Suche eine treibende Kraft bei der Fortentwicklung des Rechts ist.

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6. Teil: Zusammenfassung

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1. Seit der Französischen Revolution werden Freiheit und Gleichheit als die wichtigsten Prinzipien des Zivilrechts angesehen. Der Zweck des modernen Zivilrechts liegt gerade darin, die beiden Prinzipien im menschlichen Zu- sammenleben zu verwirklichen. Nur vor diesem Hintergrund kann eine poli- tische Gemeinschaft als legitim betrachtet werden1. Nur eine aus freien und gleichen Rechtsgenossen konstruierte politische Gemeinschaft entspricht der modernen Forderung von Legitimität und ist nicht als ungerechte Ordnung anzusehen2. Das Verhältnis zwischen Freiheit und Gleichheit ist freilich pro- blematisch, weil die Freiheit Heterogenität zulässt und ermöglicht, während die Gleichheit Homogenisierung fordert, das heißt, dass zwischen Freiheit und Gleichheit ein Spannungsverhältnis besteht3. Dieses Spannungsverhält- nis zu lösen, ist daher eine wichtige Aufgabe des modernen Zivilrechts. 2. Im Zentrum dieser Arbeit steht die Frage, wie das Zivilrecht, das den wich- tigsten Regelungsbereich für das wirtschaftliche und soziale Leben darstellt, mit dem Spannungsverhältnis von Freiheit und Gleichheit umgeht4. Der Schwerpunkt der Untersuchungen bildet die geschichtliche Entwicklung der Vorstellung von der Aufgabe des Zivilrechts5. Diese Entwicklung spiegelt die jeweilige Stellungnahme zu der Frage wider, in welchem Verhältnis Freiheit und Gleichheit im Zivilrecht stehen sollen. 3. Für das 19. Jahrhundert war die Lehre von der Willenserklärung sowie vom Vertrag auf der Grundlage der herrschenden juristischen Methode der Be- griffsjurisprudenz kennzeichnend6. Die Aufgabe des Zivilrechts wurde darin gesehen, jedermann den gleichen Spielraum hinsichtlich der rechtlichen Handlungsfreiheit einzuräumen7, die formalen Voraussetzungen für den frei- 1 Siehe oben 1. Teil,...

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