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Thomas Schmidt-Kowalski – ein romantischer Komponist an der Wende zum 21. Jahrhundert

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Ursula Eisfeld

Mit Thomas Schmidt-Kowalski wird ein Gegenwartskomponist vorgestellt, dessen Werke, anders als die der meisten Zeitgenossen, auf einem romantischen Lebensgefühl basieren. Sie umfassen alle Gattungen außer Oper und Filmmusik. Entscheidend für sein Komponieren ist zudem eine synästhetische Begabung, bei der Tönehören und Farbensehen gekoppelt sind. Sie ist für ihn unabdingbar, um seine Inspirationen zu realisieren und führt zu einem engen Zusammenhang von Thema, Tonart und Form eines Werks. Sonate und Sonatenhauptsatz sind bei Schmidt-Kowalski die wichtigsten Formen musikalischer Auseinandersetzung. Seine synästhetische Begabung und Inspiration verbinden sich bei ihm mit einem großen Sendungsbewusstsein, der heutigen Welt ein positives Bild entgegenzusetzen. Ein kommentiertes Werkverzeichnis und die Untersuchung ausgewählter Werke vervollständigen die biographischen Angaben. Unbeirrt von vorherrschenden Meinungen zu zeitgenössischer Musik leistet Schmidt-Kowalski seinen Beitrag zur Vielfalt gegenwärtigen musikalischen Schaffens. Seine Werke, zunächst nur in den Nachtsendungen des Radios zu hören, finden zunehmend Verbreitung nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen und außereuropäischen Ländern.

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3 Auswirkungen der Synästhesie im Schaffen von Schmidt-Kowalski

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3.1 Bekenntnis zur Tonalität Ende der siebziger Jahre, etwa ab op. 7, gelang es Schmidt-Kowalski, sich von den Einflüssen der Hochschule zu befreien, was für ihn bedeutete, endlich so zu komponieren, wie es ihm seine Inspirationen eingaben. Er entschloss sich, von da an eindeutig tonal zu komponieren, um authentisch zu bleiben. Ein Blick in Schmidt-Kowalskis Werkverzeichnis zeigt, dass die überwiegende Anzahl der Werke eine Tonartangabe trägt. Die Entscheidung zur Tonalität kam einem Motto gleich und bedeutete für ihn die Entscheidung für die Konsonanz, für die Dur- und Mollharmonik, für die Bezogenheit von Tönen und Akkorden auf einen Grundton sowie dessen Koppelung mit Subdominante und Dominante als wesentlichem Gerüst einer Tonart. Die Tonart mit dem Bezugspunkt Tonika bedeutet bei ihm als Synästhetiker zugleich die Farbschichtung, die sich mit dem Dreiklang ergibt (vgl. Tab. 2). Dazu gehören auch die Haupterschei- nungsformen tonalen Komponierens, so insbesondere bei der Sonate (im Sinne eines Satzes wie eines ganzen Werkes). Dur und Moll haben für Schmidt-Kowalski eine besondere Polarität, sie verhalten sich für ihn zueinander wie Sonne und Mond. Dur entspricht demnach dem direkten Strahl der Sonne, Moll dem geliehenen, indirekten Licht des Mondes. Schmidt-Kowalski wendet auch die Bezeichnungen männliches Prinzip für Dur und weibliches Prinzip für Moll an, wie sie sich z.B. bei Robert Schumann finden63. Diese Polarität hat für Schmidt-Kowalski zugleich symbol- haften Charakter: Moll bezeichnet er als "unerlöst", es strebt nach...

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