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Thomas Schmidt-Kowalski – ein romantischer Komponist an der Wende zum 21. Jahrhundert

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Ursula Eisfeld

Mit Thomas Schmidt-Kowalski wird ein Gegenwartskomponist vorgestellt, dessen Werke, anders als die der meisten Zeitgenossen, auf einem romantischen Lebensgefühl basieren. Sie umfassen alle Gattungen außer Oper und Filmmusik. Entscheidend für sein Komponieren ist zudem eine synästhetische Begabung, bei der Tönehören und Farbensehen gekoppelt sind. Sie ist für ihn unabdingbar, um seine Inspirationen zu realisieren und führt zu einem engen Zusammenhang von Thema, Tonart und Form eines Werks. Sonate und Sonatenhauptsatz sind bei Schmidt-Kowalski die wichtigsten Formen musikalischer Auseinandersetzung. Seine synästhetische Begabung und Inspiration verbinden sich bei ihm mit einem großen Sendungsbewusstsein, der heutigen Welt ein positives Bild entgegenzusetzen. Ein kommentiertes Werkverzeichnis und die Untersuchung ausgewählter Werke vervollständigen die biographischen Angaben. Unbeirrt von vorherrschenden Meinungen zu zeitgenössischer Musik leistet Schmidt-Kowalski seinen Beitrag zur Vielfalt gegenwärtigen musikalischen Schaffens. Seine Werke, zunächst nur in den Nachtsendungen des Radios zu hören, finden zunehmend Verbreitung nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen und außereuropäischen Ländern.

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4 Stationen kompositorischer Entwicklung

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4.1 Das Frühwerk, Suchen des eigenen Stils 1977–1985/86 (op. 1-28) Der kompositorische Werdegang bei Schmidt-Kowalski weist mehrere Schaffensperioden auf. Am Anfang stand naturgemäß das Ausprobieren und Beherrschenlernen der musikalischen Form, was zunächst Hand in Hand ging mit der Auseinandersetzung mit seinen großen Vorbildern. Gegen Ende der siebziger Jahre begann mit der Zählung der Klaviersonate in g-Moll als op.1 das eigentliche Frühwerk. Einige Besonderheiten fallen bei den frühen Werken ins Auge: Die ersten zwanzig Werke sind bis auf wenige Ausnahmen Sonaten, also kleinere kammermusikalische Werke. Hier suchte Schmidt-Kowalski seine musika- lischen Vorstellungen mit Hilfe erprobter und von ihm als wichtig angesehenen Formen zu verwirklichen. Hauptausdrucksmittel war das Klavier, danach folgten Orgel, Violine und Violoncello mit und ohne Klavier. Zudem steht die überwiegende Anzahl dieser Stücke in einer Molltonart, was bereits im Zusammenhang mit dem Bekenntnis zur Tonalität erörtert wurde. Das erste, in das Werkverzeichnis aufgenommene Werk folgt im Aufbau der dreisätzigen Sonatenform mit zwei schnellen Sätzen und einem langsamen in der Mitte. Es steht ausschließlich in Moll (g- und d-Moll) mit einer Endung in D-Dur am Ende des zweiten Satzes. Bereits in diesem eher unbedeutenden Werk deutet sich die angesprochene Dur-Moll-Polarität an. Die 1. Sonate für Violoncello und Klavier op. 4 weist noch deutliche Hochschuleinflüsse auf (s. auch die Analyse in Kap. 6). Das 1. Klavierquartett h-Moll op. 7 war für Schmidt-Kowalski ein "Initialstück mit einer Annäherung an das Urbild und einer...

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