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Die Einwilligung als Zurechnungsfrage unter Parallelisierung zur Betrugsdogmatik

Mit besonderer Berücksichtigung der Auswirkungen auf den ärztlichen Heileingriff

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Katrin Braun-Hülsmann

Mit dem Rechtsinstitut der Einwilligung gibt das Strafrecht dem Rechtsgutsinhaber ein Instrument an die Hand, mit seinen Rechtsgütern nach Belieben zu verfahren, sie also zu selbstbestimmten Zwecken preiszugeben. Auf diese Weise wird es dem in ein Rechtsgut Eingreifenden ermöglicht, fremde Rechtsgüter zu beeinträchtigen, ohne dass er eine Kriminalstrafe befürchten müsste. Besondere Bedeutung erlangt die Einwilligung in der medizinstrafrechtlichen Praxis beim ärztlichen Heileingriff im Hinblick auf die Frage, ob sich ein Mediziner, der eine medizinisch indizierte Heilmaßnahme vornimmt, strafbar macht beziehungsweise mit welcher Begründung eine Strafbarkeit zu verneinen sein könnte. Die Arbeit beschäftigt sich primär mit Fragen des Wirkgrundes der Einwilligung, wobei die inhaltliche Ausgestaltung des Rechtsgutsbegriffs eine zentrale Rolle spielen wird. Auf dem hier entwickelten eigenen Ansatz aufbauend, folgt eine Auseinandersetzung mit der Willensmängeldogmatik. Im Anschluss hieran werden die praktischen Auswirkungen der Lösungsansätze auf den medizinischen Heileingriff dargestellt.

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Inhaltsverzeichnis

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Abkürzungsverzeichnis ....................................................................................... 21 Einleitung ............................................................................................................ 25 Erster Teil: Dogmatische Verortung und strafrechtlicher Wirkgrund der Einwilligung .................................................................................... 27 1. Abschnitt: Einführung in die Thematik ......................................................... 27 A. Begrifflichkeiten und Untersuchungsgegenstand .......................................... 28 B. Die Problemstellung ...................................................................................... 29 2. Abschnitt: Grundsätzliche Anerkennung der Einwilligung und Grund- lagen der Einwilligungslehren – Eine Bestandsaufnahme – ......... 31 A. Überblick zur historischen Entwicklung der Einwilligungslehre .................. 32 I. Anerkennung der strafrechtlichen Einwilligung bereits im römischen Recht .................................................................................... 32 II. Die Einwilligungslehren bis zum Jahre 1970 ........................................ 32 B. Begrifflichkeiten und dogmatische Einordnung – Eine Bestandsauf- nahme – ......................................................................................................... 36 I. Rechtliche Anerkennung und mangelnde gesetzliche Fest- schreibung der Einwilligung ................................................................. 36 II. Begegnungsdelikte ................................................................................ 38 III. Die herkömmliche Unterscheidung zwischen Einverständnis und Einwilligung .......................................................................................... 39 IV. Die verbrechenssystematische Einordnung von Einverständnis und Einwilligung .......................................................................................... 41 1. Das tatbestandsausschließende Einverständnis im Deliktssystem ... 41 2. Meinungsspektrum zur Verortung der Einwilligung im Delikts- system .............................................................................................. 43 a) Die Einwilligung als Rechtfertigungsgrund ............................... 43 aa) Die traditionellen Auffassungen ......................................... 43 (1) Die Rechtsgeschäftstheorie ........................................ 44 (2) Die Einwilligung als Güterabwägungsfolge ............... 45 6 (3) Die Einwilligung als Interessenspreisgabe oder Verzicht auf Rechtsschutz .......................................... 47 bb) Die Ansicht der Rechtsprechung ........................................ 48 b) Der differenzierende Ansatz von Jakobs .................................... 49 c) Rechtfertigung contra generelle Tatbestandsausschluss- wirkung der Einwilligung .......................................................... 50 aa) Die Ansicht von Roxin zum Wirkgrund der Einwilligung als Tatbestandsausschließungsgrund ............ 51 (1) Exkurs: Die Neuregelung des § 303 StGB ................. 52 (2) Erste kritische Würdigung der Argumentation der Tatbestandslösung bezüglich der im Zusammen- hang mit § 303 II StGB auftretenden Unstim- migkeiten .................................................................... 54 (3) Resumée und Ausblick ............................................... 55 bb) Die Ansicht von K...

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